Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Verhütungsinvestments: Pax-Bank bittet um Vergebung

Schluss mit Verhütungsmitteln, Atom-U-Booten und Tabakwaren: Die katholische Pax-Bank trennt sich von einigen ihrer Investments. Das Institut, das sich seiner ethisch einwandfreien Anlagen rühmt, entschuldigte sich und will "den Fehler sofort korrigieren".

Hamburg - Die Pax-Bank sagt sorry: "Wir bedauern das und werden den Fehler sofort am Montag korrigieren, ohne dass den Kunden ein Nachteil entsteht", sagte der Vorstandsvorsitzende Christoph Berndorff der Nachrichtenagentur dpa am Samstag.

Das Kreditinstitut reagiert damit auf einen Bericht des SPIEGEL, der aufgedeckt hatte, dass die Pax-Bank in Köln im März umgerechnet 158.867 Euro in Wertpapiere des US-Pharmaproduzenten Wyeth angelegt hat. Dieser stellt unter anderem Pillen zur Empfängnisverhütung her. Dabei schreibt die kirchliche Liga Bank, die den Fonds mit auflegt, es werde angestrebt, nicht in Firmen zu investieren, die Kontrazeptiva herstellen oder vertreiben.

Der Fonds hatte im März außerdem 577.970 Euro in den Rüstungsriesen BAE Systems angelegt - er produziert Atom-U-Boote und Kampfflugzeuge. Zusätzlich hielt die Bank Aktien der Tabakkonzerne British American Tobacco und Imperial Tobacco für 870.950 Euro. Auf ihrer Homepage wirbt die Pax-Bank für ethisch unbedenkliche Geldanlagen, die Bereiche wie Rüstung oder Tabak ausschließen und mit Vermögen ganz im Sinne der katholischen Kirche umgehen.

Den Verantwortlichen ist das nun offenbar peinlich. Vorstandschef Berndorff sagte, das operative Geschäft tätige die Union Investment für die Pax-Bank. "Aber auch unserer eigenen Kontrolle ist das durchgerutscht, das tut uns leid".

Der Bankdirektor äußerte sich ähnlich. "Dass dieser Fehler aufgetreten ist, dafür wollen wir uns bei unseren Kunden entschuldigen", sagte Winfried Hinzen dem Kölner Domradio. "Wenn man Fehler macht, muss man dazu stehen und sie korrigieren. Wir bemühen uns nach besten Kräften, diese Dinge hier zu tun. Wir sind dankbar für die journalistische Recherche, die das nach vorne gebracht hat. So kann man solche Fehler dann beheben."

ffr/dpa/AP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: