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Dortmund: Vermummte mit Fackeln rufen rechte Parolen vor Asylbewerberheim

Am Freitagabend wurden 13 Verdächtige in Dortmund festgenommen. Zuvor hatten drei Dutzend Vermummte mit brennenden Fackeln vor einem Asylbewerberheim rechte Parolen skandiert.

Dortmund - Rund 40 Vermummte haben mit brennenden Fackeln in der Hand vor einem Asylbewerberheim in Dortmund rechte Parolen skandiert. "Als wir an dem Heim ankamen, war keiner mehr da. Nur ein paar Fackeln lagen noch auf der Straße und dem Gehweg", sagte ein Sprecher der Polizei am Samstagmorgen.

Ein Zeuge hatte die Polizei am Freitagabend gegen 21 Uhr alarmiert. Die Polizisten nahmen in der Nähe des Heims in Dortmund-Eving 13 Menschen fest. Gegen sie werde nun unter anderem wegen Landfriedensbruchs ermittelt. Es gab keine Verletzten.

Die Polizei habe zahlreiche Beweismittel eingesammelt - Fackeln, Mobiltelefone und die Bekleidung der Festgenommenen. Eine Ermittlungskommission wurde eingerichtet. "Wir tun alles, was uns möglich ist, um diese unerträglichen Provokationen und Einschüchterungen der Rechtsextremisten zu stoppen", sagte Polizeipräsident Gregor Lange. Gerade aus ihren Heimatländern vor Not und Elend geflüchtete Menschen bedürften des besonderen Schutzes.

Dortmund gilt als eine Hochburg von Rechtsextremen in Nordrhein-Westfalen. Zuletzt wurden kritische Journalisten von Neonazis bedroht, unter anderem mit falschen Todesanzeigen.

Vor zweieinhalb Jahren hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger die Neonazi-Gruppe "Nationaler Widerstand Dortmund" sowie zwei weitere NRW-Gruppen in Hamm und Aachen verboten. Sie seien fremdenfeindlich, rassistisch, antisemitisch und eine Gefahr für ein friedliches Zusammenleben, begründete der SPD-Politiker das Verbot.

Kurze Zeit später gründeten ehemalige Mitglieder der rechten Gruppierungen den Landesverband der Partei "Die Rechte". Dagegen sahen die Behörden keine Handhabe. Inzwischen sitzt der Landesvorsitzende der Partei im Dortmunder Stadtrat. "Die Rechte" hatte bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 einen Sitz errungen.

nck/vek/dpa

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