Südeuropa Waldbrände treiben Tausende in die Flucht

Italien, Griechenland, Portugal: Schwere Waldbrände zerstören im Süden Europas ganze Regionen. Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise verschärft.

AFP

In Südeuropa wüten teils heftige Waldbrände, die Tausende in die Flucht treiben. Besonders Griechenland und Italien haben mit den Feuern zu kämpfen. Das könnte auch Auswirkungen auf Urlauber haben - wegen der Brandgefahr hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für Italien angepasst: "Es ist nicht auszuschließen, dass auch Ferienorte in den besonders betroffenen Gebieten evakuiert werden."

Am Montagmorgen waren die Feuerwehren in Italien bereits zu rund 70 Einsätzen wegen Wald- und Buschbränden ausgerückt. Zurzeit sind dem Auswärtigen Amt zufolge besonders die sizilianischen Orte Messina, Catania und Enna sowie auf Sardinien Costa Rei, Porto Pozzo, Arbus und Santa Giusta betroffen. In Rom lodern immer wieder Feuer in dem Pinienwald Castel Fusano auf dem Weg zum Meer auf.

Die Feuerwehr und der Zivilschutz riefen Italiens Bevölkerung mehrfach dazu auf, aufgrund der Trockenheit achtsam mit Feuer umzugehen. Die Polizei geht davon aus, dass viele Brände vorsätzlich gelegt werden.

In Griechenland, etwa 45 Kilometer nordöstlich von Athen, beschädigte ein Feuer am Montag Dutzende Ferienhäuser. Augenzeugen berichteten von bis zu 20 Meter hohen Flammen und beißendem Rauch. Erschwert wurden die Löscharbeiten von Windböen und Rauchschwaden, die sogar Kreta erreichten, wie Satellitenbilder zeigten.

Tausende Menschen hatten in der Nacht ihre Häuser verlassen müssen. Die meisten harrten entlang der Strände aus. Die genaue Zahl der zerstörten Häuser blieb zunächst unklar. Auch ein Kloster wurde evakuiert.

Polizei geht in mehreren Fällen von Brandstiftung aus

Bei Feuern auf der griechischen Ferieninsel Zakynthos vermuten die Rettungskräfte Brandstifter am Werk. Demnach brachen auf der Insel in den vergangenen 24 Stunden 22 Brände aus. "So etwas gab es noch nie", sagte der örtliche Feuerwehrchef Vassilis Matteopoulos dem Sender ERT.

Seit Sonntag sind in Griechenland insgesamt 91 Waldbrände ausgebrochen, die meisten von ihnen sind nach Angaben der Feuerwehr unter Kontrolle.

In Portugal war das Zentrum und der Norden des Landes besonders schlimm betroffen, wie portugiesische Medien laut der Nachrichtenagentur dpa berichteten. Mehr als 3000 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Unterstützt wurden sie von spanischen Kollegen: Wie die Europäische Kommission mitteilte, habe Spanien 120 Feuerwehrleute und drei Flugzeuge nach Portugal geschickt.

Auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika bemühte sich die Feuerwehr am Montag, nach den schweren Wald- und Gebüschbränden verbliebene Hitzestellen zu löschen. Ein mutmaßlicher Brandstifter kam laut der Nachrichtenagentur AFP in Untersuchungshaft. Zwei Feuer konnten laut Polizeiangaben bislang noch nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Seit Mitte Juli gibt es im Südosten Frankreichs und auf Korsika immer wieder Waldbrände, die bereits mehr als 9000 Hektar Land zerstörten. Im Zusammenhang mit den Feuern wird gegen mehrere Verdächtige ermittelt.

kry/dpa/AFP



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