Versteigerung: Ein Mittagessen mit Warren Buffett kostet 3,5 Millionen Dollar

Er ist eine Investorenlegende. Sein Rat hat schon etliche Anleger reich gemacht. Umso heftiger ringen Gutbetuchte darum, einmal mit Warren Buffett Mittag zu essen. Für den 82-Jährigen ist das inzwischen ein lukrativer Nebenverdienst. Am Freitag gewann ein Fan mit einen 3,5-Millionen-Gebot.

US-Investor Buffett: Fast 3,5 Millionen Dollar für einen guten Zweck Zur Großansicht
DPA

US-Investor Buffett: Fast 3,5 Millionen Dollar für einen guten Zweck

New York - Knapp 3,5 Millionen Dollar für eine warme Mahlzeit: Investorenlegende Warren Buffett hat ein Mittagessen mit sich selbst versteigert und damit seinen eigenen Rekord weit überboten. Ein unbekannter Bieter gewann am späten Freitagabend (Ortszeit) die jährliche Auktion, in der der drittreichste Mensch ein Mittagessen in New York mit sich selbst versteigert. Das 106. und letzte Gebot lag bei der gut zu merkenden Zahl 3.456.789 Dollar (knapp 2,8 Millionen Euro) - vor einem Jahr waren es 2,6 Millionen.

Jetzt kann der Gewinner mit sieben Freunden und Buffett zum Lunch ins New Yorker Steakhouse Smith & Wollensky gehen. Die Auktion hatte mit einem Mindestgebot von immerhin schon 25.000 Dollar begonnen und lag ein paar Stunden vor dem Ende bei etwas mehr als einer halben Million Dollar. Zuletzt schaukelten sich die eigens registrierten Bieter aber hoch und der Zuschlag kam bei fast 3,5 Millionen an. Buffett nutzt den Geldsegen wie immer für einen guten Zweck: Er reicht das Geld sofort an eine Hilfsorganisation weiter.

Die Summe kommt der Aktion Glide zugute, die mit Obdachlosen und anderen Armen in San Francisco arbeitet. Das sei "die vielleicht effizienteste Organisation für Leute, die weniger Glück hatten", sagte Buffett. "Sie nimmt die Leute am Tiefpunkt an die Hand und bringt sie zurück. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen." Seine Ehefrau Susan hatte den Kontakt zur Glide Foundation hergestellt; er hielt ihn nach ihrem Tod 2004 aufrecht.

Buffett ohne Konkurrenz

Das Essen mit Buffett gilt in der Finanzszene als Ritterschlag. So wurde der chinesische Hedgefonds-Manager Zhao Danyang vor zwei Jahren mit einem Schlag an der Wall Street bekannt, als er dafür 2,1 Millionen Dollar springen ließ.

Als Geschäftsmodell an sich eignet es sich jedoch weniger. Ein Kanadier zum Beispiel erlitt Schiffbruch mit seinem - womöglich eher weniger ernst gemeinten - Versuch, sich als Buffett-Alternative zu präsentieren: "Wenn du dir Buffett nicht leisten kannst, dann gehen eben wir zusammen zum Lunch. Wir können auch über Geld reden - wenn du welches hast." Er hatte kein Glück: Niemand wollte auch nur die 25 Dollar des Startgebots zahlen.

Buffett, der im August 82 wird, ist eine Investorenlegende. Der Chef der Holding Berkshire Hathaway wird wegen seines schon sprichwörtlichen siebten Sinns für Geldanlagen auch "das Orakel von Omaha" genannt. Obwohl er mit etwa 50 Milliarden Dollar laut "Forbes" der drittreichste Mensch der Welt ist, lebt er eher einfach. Fast sein komplettes Vermögen hat er der Stiftung seines Freundes und Microsoft-Gründers Bill Gates und dessen Frau Melinda versprochen.

mik/dpa-AFX

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Geldadel ohne Hemmungen
rolandjulius 09.06.2012
Auf der einen Seite demonstrieren tausende gegen die Oligarchie und auf der andren Seite wird geprotzt, fuer was die Dollarscheine gut sind. In einem Rechtsstaat sollte der Fiskus sehr vorsichtig sein, mit seiner vagen Gesetzgebung nicht den Zorn der Masse auf sich zu ziehen. Denn gerade daraus ergibt es sich ueber Kurz oder Lang, dass das friedliches zusammenleben eines Volkes un-moeglich ist, und gerade so beliebte Sparmassnahmen auf den Ruecken der armen Bevoelkerung nicht akzeptiert werden
2. Niemand wird gezwungen...
Schelm 09.06.2012
...mit Warren Buffett zum Essen zu gehen!!! Und an die Meckerer hier: Wievile Geld haben Sie gemeinnuetzigen Organisationen zur Verfuegung gestellt????
3. Geldadelund Steueroasen.
rolandjulius 10.06.2012
Zitat von Schelm...mit Warren Buffett zum Essen zu gehen!!! Und an die Meckerer hier: Wievile Geld haben Sie gemeinnuetzigen Organisationen zur Verfuegung gestellt????
Kann die New Yorker Restaurants nicht ausstehen, und alte Spruech- macher erst recht nicht. Kann mich gut an ABS erinnern, auch dieser war irgendwann mit seiner Weisheit am Ende. Diese Roulett Spiele mit Steuergeldern sind nur in De Fault Laendern mit oligarchem Rechtssystem unserer Epoche moeglich. Gruss Roland Julius P.S. Habe und hatte niemals Steuerschulden.
4. Voll am Thema vorbei...
cinci 10.06.2012
ist dieser Artikel - finde ich jedenfalls.
5. Voll am Thema vorbei...
cinci 10.06.2012
ist dieser Artikel - finde ich jedenfalls. Zentrales Thema dieser Versteigerung ist nicht das Mittagessen mit Buffett, sondern die Sammlung von Spenden für die Wohltätigkeitsorganisation. Solche "Charity Auctions" sind ein klassischen Fundraisingmittel in den USA - und dabei geht es nur sekundär um den ersteigerten Artikel. Aber wenn ein Essen mit ihm mehr Geld einbringt wie ein Gemälde oder eine Woche in seinem Ferienhaus, ist es doch normal damit so viel Geld wie möglich rausschlagen zu wollen. Das Geld "verdient" er ja nicht für sich selbst. Verstehe die Aufregung deshalb nicht so ganz. Da sind schon astronomische Beträge für ganz andere Banalitäten gezahlt worden.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Gesellschaft
RSS
alles zum Thema Warren Buffett
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Samstag, 09.06.2012 – 15:49 Uhr
  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 6 Kommentare
Fotostrecke
317,3 Milliarden Dollar: Das sind die 15 reichsten Amerikaner