Weihnachten global: Guter Santa, böser Santa

Surfende Nikoläuse und kletternde Rentiere: Zu Lande, zu Wasser und in luftigen Höhen waren während der Feiertage Geschenkebringer unterwegs. Gelegentlich verfolgten Weihnachtsmänner auch andere Absichten - Waffendiebstahl zum Beispiel. Ein Rückblick auf Kuriositäten in Rot.

Weihnachten global: Bretter, Wasser, Wetter Fotos
AFP

Während deutsche Geschenkebringer es in diesem Jahr mit wirklich weihnachtlichen Witterungsbedingungen zu tun bekamen, wurde andernorts Wassersport betrieben - im Nikolauskostüm. In Florida etwa sorgten neunzehn Surfer in roten Mäntelchen und mit fliegenden Polyesterbärten für festliche Stimmung an einem Küstenstreifen, der den schönen Namen Space Coast trägt.

Organisator George Trosset veranstaltet die Aktion bereits zum zweiten Mal. Er hoffe, das Guiness Buch der Rekorde davon überzeugen zu können, eine Disziplin namens "Santa-Surfing" einzuführen, erklärte er. Eine gewisse Opferbereitschaft fordert der weihnachtliche Wasserdienst auch in Amerikas Sonnenstaat: Die Wassertemperatur betrug 15 Grad Celsius.

Ins Wasser gingen Nikoläuse auch an vielen anderen Orten mit deutlich frischeren Temperaturen. Das Baden rotgewandeter Weihnachtsdiener scheint als Quelle festlicher Freude eine Art universellen Wert darzustellen. Im Londoner Hyde Park etwa wurden Nikoläuse sogar zu Wasser gelassen, obwohl das dortige Weihnachtsschwimmen wegen der eisigen Temperaturen heuer offiziell abgesagt worden war - zum ersten mal seit 1981. 91 Meter lang ist die Schwimmstrecke im Serpentine (Schlange) genannten See dort, doch 2010 wurde der Peter-Pan-Pokal für den schnellsten Eiswasserschwimmer nicht vergeben. Zu viel Eis im Wasser. Einzig ein Bartträger und einige andere Unentwegte hüpften doch hinein und absolvierten einen Eisschollenslalom. Das Bad sei "frisch, aber belebend" gewesen, teilte einer der Schwimmer anschließend mit.

Weihnachtsmänner klauen Knarre

Während Michelle Obama, die First Lady der Vereinigten Staaten, in den USA am Telefon Auskünfte über die derzeitige Position des Weihnachtsmannes im Luftraum über dem Planeten erteilte - die US-Luftüberwachung Norad betreibt zu diesem Zweck eine eigene "Santa Hotline" - sorgte in Nordrhein-Westfalen ein anderer winterlicher Freudenbringer für Bestürzung und Verwirrung. Vorübergehend. Ein Passant im Städtchen Weilerswist hatte sich besorgt in einem Geschäft gemeldet, weil er eine leblose Person auf der Straße habe liegen sehen, teilte die Polizei im Kreis Euskirchen mit. Er habe angenommen, dass es sich um den mit Schnee bedeckten Körper eines erfrorenen Menschen handelte. Die Verkäuferin habe darauf die Polizei und Rettungskräfte verständigt, die aber nur einen umgefallenen Schneemann entdeckt hätten.

Ausgesprochen fröhliche Weihnachten erlebte dagegen Playboy-Gründer Hugh Hefner. Zwei Ehen hat der 84-Jährige schon hinter sich, nun will er es ein drittes Mal wagen. An Heiligabend gab er der 24-Jährigen Crystal Harris das Eheversprechen. Als er ihr den Ring überreicht habe, sei Crystal in Tränen ausgebrochen, verriet "Hef" im Anschluss. Harris war im Dezember 2009 das Playmate des Monats in Hefners Herrenmagazin gewesen. Die beiden verlebten nun, so Hefner, "das glücklichste Weihnachtswochenende, an das ich mich erinnern kann".

Alle weihnachtlichen Gefühle vergingen dagegen einem mutmaßlichen Mafioso auf Sizilien. Der vermutlich dem Mafia-Clan Santapaola angehörende Salvatore Politini und sein Begleiter wurden, nachdem sie in einem Ladengeschäft Schutzgeld kassiert hatten, von einem Weihnachtsmann verhaftet. Der kostümierte Beamte hatte den erpressten Laden bereits mehrere Tage lang überwacht.

Und wirklich böse Weihnachtsmänner wurden einem Wachtposten vor dem Stockholmer Schloss zum Verhängnis. Sie schlugen den Mann zusammen und stahlen sein AK5-Gewehr samt scharfer Munition. In der Nacht vor Heiligabend taten die beiden festlich Kostümierten vor dem menschenleeren Schloss zunächst, als seien sie betrunken. "Plötzlich waren sie stocknüchtern und stürzten sich auf mich", berichtete der 19-jährige Soldat am Sonntag in der Zeitung "Expressen". Nun ist seine Dienstwaffe weg, und er wird dem Weihnachtsmann wohl nie mehr mit der gleichen Sympathie begegnen können.

cis/dpa/dapd

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