Weihnachtssegen "Urbi et Orbi": Papst prangert Gewalt gegen Wehrlose in Syrien an

Mahnende Worte des Kirchenoberhaupts in Richtung Syrien: Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft einen Stopp der Gewalt in dem Bürgerkriegsland gefordert. Auch an Israelis, Palästinenser und Ägypter richtete er deutliche Botschaften.

AFP

Rom - Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft die Menschen aufgefordert, die Hoffnung nicht zu verlieren. Selbst in Krisenländern wie Syrien, Nigeria und Mali sollten die Gläubigen nicht aufgegeben. Er rief erneut zu einem Ende der Gewalt auf. "Ja, möge der Frieden hervorsprossen für die Bevölkerung Syriens, die zutiefst verletzt und geteilt ist durch einen Konflikt, der nicht einmal die Wehrlosen verschont und unschuldige Opfer hinwegrafft", sagte der Papst am Dienstag.

Er verurteilte die von Islamisten verübten Gewalttaten in Nigeria und Mali. "Das Geburtsfest Christi begünstige die Wiederkehr des Friedens in Mali und der Eintracht in Nigeria, wo grausame terroristische Attentate weitere Opfer fordern, besonders unter den Christen."

Das Oberhaupt von weltweit 1,2 Milliarden Katholiken sprach von der Mittelloggia des Petersdoms zu den Gläubigen. Speziell wandte er sich an die Menschen in den Ländern des Arabischen Frühlings, insbesondere in Ägypten. Es sei an ihnen, eine gerechte Gesellschaft zu schaffen. Ägypten sei durch die Kindheit Jesu gesegnet, so Benedikt. Israelis und Palästinenser forderte er auf, die Kraft für neue Friedensverhandlungen zu finden

Danach spendete Benedikt XVI. den für den ersten Weihnachtsfeiertag traditionellen apostolischen Segen "Urbi et Orbi" - "der Stadt und dem Erdkreis". Vor Zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz in Rom und Millionen Fernsehzuschauern in aller Welt verlas er in 65 Sprachen Weihnachtsgrüße. Eine gewaltige Besuchermasse hatte sich dazu bei wolkenverhangenem Himmel auf dem weiten Areal vor der Basilika versammelt.

Auf Deutsch sagte der Papst: "Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!"

Bereits an Heiligabend hatte Benedikt in seiner Weihnachtsmette mahnende Worte gefunden - und die Gläubigen in aller Welt aufgefordert, auch in einer schnelllebigen Welt Platz für Gott zu schaffen. "Je schneller wir uns bewegen können, je zeitsparender unsere Geräte werden, desto weniger Zeit haben wir."

Gleichzeitig rief das Oberhaupt der katholischen Kirche zur Wachsamkeit gegenüber dem Missbrauch von Religion auf. Es sei "wahr, dass in der Geschichte der Monotheismus als Vorwand für Intoleranz und Gewalt gedient" habe. Auch sei wahr, "dass Religion erkranken" könne, wenn der Mensch meine, selbst die Sache Gottes in die Hand nehmen zu müssen und "so Gott zu seinem Privateigentum" mache.

Aber auch "wenn Missbrauch der Religion" in der Geschichte unbestreitbar sei, so "ist es doch nicht wahr, dass das Nein zu Gott den Frieden herstellen würde".

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jok/dapd/dpa

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insgesamt 35 Beiträge
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1. Die Jahreszeit der Schwätzer
dekkers.e 25.12.2012
Kirchen, Bundespräsident, Gewerkschaften usw. - jedes Jahr zu dieser Zeit treten deren Schwätzer mit abgehobenen Floskeln auf, die die Bevölkerung nicht hören will.
2.
derwosblickt 25.12.2012
Zitat von sysopMahnende Worte des Kirchenoberhaupts in Richtung Syriens: Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft einen Stopp der Gewalt in dem Bürgerkriegsland gefordert. Auch an Israelis, Palästinenser und Ägypter richtete er deutliche Botschaften. Weihnachtssegen Urbi et Orbi: Papst prangert Gewalt in Syrien an - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/weihnachtssegen-urbi-et-orbi-papst-prangert-gewalt-in-syrien-an-a-874637.html)
Ich denke mal, eine Organisation, die so kritikresistent ist wie die katholische Kirche braucht auf dieser Welt nichts anprangern und fordern.
3. Der Papst meint dass...
zettelmeyer.freelancer 25.12.2012
Aber auch "wenn Missbrauch der Religion" in der Geschichte unbestreitbar sei, so "ist es doch nicht wahr, dass das Nein zu Gott den Frieden herstellen würde". Aus welchem Grund ein Nein zur Kirche grundsätzlich ein Nein zu Gott sein muss, gibt die Kirchenlehre ja auch astrein wieder. Und da er darüber hinaus ja auch unfehlbar ist, solltem wir alle, vor allem die Islamisten, auf ihn hören. Gott, ist es nicht wieder herzallerliebst was uns da zu Jahresende aufgetischt wird? Kein Wort darüber, wie sei es auch anders zu erwarten, dass die Kirche an sich ein Altherrenverein zu Verallgemeinung der Religionslehre ist, die freie Meinungsäußerung oder ein der Demokratie entsprechendes Arbeitsrecht sind wahrscheinlich nicht auf der Agenda seiner Heiligkeit. Ist aber auch zu praktisch wenn man mit dem Finger auf andere zeigen kann. Da muss man sich auch nicht damit befassen was im Namen der eigenen Kirche in Regionen wie Afrika so alles angestellt wird.
4. wen interessierts ?
DavidBerg 25.12.2012
Zitat von sysopMahnende Worte des Kirchenoberhaupts in Richtung Syriens: Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft einen Stopp der Gewalt in dem Bürgerkriegsland gefordert. Auch an Israelis, Palästinenser und Ägypter richtete er deutliche Botschaften. Weihnachtssegen Urbi et Orbi: Papst prangert Gewalt in Syrien an - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/weihnachtssegen-urbi-et-orbi-papst-prangert-gewalt-in-syrien-an-a-874637.html)
... was der Papst plappert ??? ... wenn noch nicht mal seine eigenen Mitglieder ihm praktisch folgen ! ... wenn eine sich "christlich" nennende Partei des Papstes Priester kritisiert, wenn deren Ermahnungen dem eigenen Handeln nicht passen ! 1,2 Milliarden Katholiken... und einpaar Tausend die auf ihn hören.... Oder ist je - in den letzten Jahren - eine Forderung des Papstes in der Politik aufgenommen und umgesetzt worden ??? Also... keinen kümmerst, genauso wenig wie das Geplappere von Merkel oder auch Gauck, usw. ... ... Papst, geh ins Museum oder nach Hollywood... du bist nicht mehr gefragt und keiner hört mehr hin...
5.
Thomas-Melber-Stuttgart 25.12.2012
Zitat von sysopMahnende Worte ...
Seine Heiligkeit wendet sich sicher explizit an die FSA und die sog. "Rebellen" - gut so. Nur ist zu befürchten, daß diese sich wenig daraus machen ...
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