Weltjugendtag Proteste überschatten Papst-Ankunft in Madrid

Der Papst ist zum Weltjugendtag in Spanien eingetroffen. Seine Anhänger feiern ihn, doch Benedikt XVI. schlägt auch Ablehnung entgegen. Viele Spanier sind mit seinem Besuch in Madrid nicht einverstanden - die Proteste trüben die von den Veranstaltern erhoffte Idylle.

AFP

Madrid - Spanien ist ein tiefkatholisches Land - dennoch gibt es heftige Kritik am Besuch von Papst Benedikt XVI. Zwar jubelten dem Oberhaupt der katholischen Kirche am Flughafen in Madrid Hunderte Menschen zu. Aber in den vergangenen Tagen hatte es wegen des Besuches heftige Proteste gegeben.

Tausende Menschen demonstrierten am Mittwochabend gegen die teilweise Finanzierung des Papstbesuches durch Steuergelder. Bei den Protesten kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Elf Personen, darunter zwei Polizisten, wurden verletzt. Die Beamten setzten auf dem zentralen Platz Puerta del Sol Schlagstöcke ein und nahmen acht Menschen fest. "Solche Zwischenfälle im Vorfeld des Papstbesuchs hätten nicht passieren dürfen", schrieb die Zeitung "El País". "Sie werfen ein schlechtes Licht auf die Stadt."

Spanien kämpft mehr als die meisten anderen europäischen Länder noch immer mit den schweren Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Im Flugzeug nach Madrid machte Benedikt XVI. im Gespräch mit Journalisten die Mentalität der Profitorientierung wesentlich für die Krise verantwortlich und forderte, dass Moral und Ethik in der Formulierung wirtschaftspolitischer Ziele in Zukunft eine größere Rolle spielen sollten.

Die Reise nach Spanien ist Benedikt XVI. 20. Auslandsreise. Höhepunkt seines dritten Spanienbesuchs soll eine große Messe unter freiem Himmel auf dem ältesten Madrider Flugplatz Cuatro Vientos am Sonntag werden. Sie ist zugleich die Abschlussveranstaltung des Weltjugendtages, zu dem insgesamt mehr als eine Million Menschen erwartet werden.

Die von Benedikts XVI. Vorgänger Johannes Paul II. 1984 ins Leben gerufenen Weltjugendtage finden alle zwei bis drei Jahre statt. Nach Sydney 2008 und Köln 2005 handelt es sich bereits um den dritten Weltjugendtag, an dem Benedikt als Papst teilnimmt.

ulz/dpa/dapd/AFP



insgesamt 14 Beiträge
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Kalaharry 18.08.2011
1. Das Maß ist wohl voll.
Zitat von sysopDer Papst ist zum Weltjugendtag in Spanien eingetroffen. Seine Anhänger feiern ihn, doch Benedikt XVI. schlägt auch Ablehnung entgegen. Viele Spanier sind mit seinem Besuch in Madrid nicht einverstanden - die Proteste trüben die von den Veranstaltern erhoffte Idylle. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,780941,00.html
Proteste gegen einen volksfernen Diktator sind normale Bürgerpflicht. In den letzten Jahren kochten in dieser Kirche derart viele Skandale weltweit hoch, dass offenbar selbst in Spanien viele das Maß für voll halten.
motion11 18.08.2011
2. .,.
Zitat von sysopDer Papst ist zum Weltjugendtag in Spanien eingetroffen. Seine Anhänger feiern ihn, doch Benedikt XVI. schlägt auch Ablehnung entgegen. Viele Spanier sind mit seinem Besuch in Madrid nicht einverstanden - die Proteste trüben die von den Veranstaltern erhoffte Idylle. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,780941,00.html
Es ist eine Schande einem alten Papst der nur das Maximale für die Kirche herausholen will so die Idylle zu verderben. Aber wollen wir alle hoffen, dass nichts schief geht, denn nächstes Jahr kommt das fliegende Spaghettimonster zu Besuch. Das zahlt selbst.
allereber 18.08.2011
3. Franco läßt grüßen.
Zitat von sysopDer Papst ist zum Weltjugendtag in Spanien eingetroffen. Seine Anhänger feiern ihn, doch Benedikt XVI. schlägt auch Ablehnung entgegen. Viele Spanier sind mit seinem Besuch in Madrid nicht einverstanden - die Proteste trüben die von den Veranstaltern erhoffte Idylle. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,780941,00.html
Seine Anhänger sind gesammelte gekaufte Leute. Mit Buskarawanen herbeigekarrt. Werden auf Staatskosten untergebraucht. Viele unter ihnen sind Opus Dei oder Francoanhänger. Für missbrauchte oder getötete Kinder ist kein Geld da.
Florian_Geyer 18.08.2011
4. Hey, da werden wieder die Antikatholen triumphieren in den Redaktionenen
Zitat von sysopDer Papst ist zum Weltjugendtag in Spanien eingetroffen. Seine Anhänger feiern ihn, doch Benedikt XVI. schlägt auch Ablehnung entgegen. Viele Spanier sind mit seinem Besuch in Madrid nicht einverstanden - die Proteste trüben die von den Veranstaltern erhoffte Idylle. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,780941,00.html
Gestern dpa: Viele Spanier demonstrieren gegen den Papstbesuch, riesige Demonstrantenkolonnen auf dem Marsch gegen den Hl. Vater, ach eine Computersimulation war es nur, offenbar hatten die Herrn Redakteure noch Guido Knopps Märchenstunde im Kopf und waren berauscht von den Armeen auf seiten der Muslime und Christen die sich bei Tours gegenüberstanden. Nein, es waren ca 5 000 (!) Demonstranten. Nun unsere Gretchenfrage was ist "Viele"? Die Wahrscheinlichkeit, dass bei 47 Mio Einwohner davon viele bei 1 Mio liegt ist groß. Gering allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass 5 000 von 47 Mio viel sind. Ansonsten hat Papst Benedikt recht mit seiner Antwort auf die "vielen" Demonstranten, er fordert zum gegenseitigen Respekt auf.
zweimalhamburg 18.08.2011
5. Journalismus à la Schnitzler
In den Berichten von heute ist von 140 Organisationen die Rede, die zwischen 4.000 und 5.000 Demonstranten (35 pro Organisation) auf die Beine gebracht haben. Soviele kommen an einem Abend zum Volksfest nach Castrop-Rauxel. Das sollen VIELE Spanier sein? Wahr ist vielmehr, dass viele Medienvertreter vom Anti-Katholizismus besessen sind und daher ausschliesslich von den Protesten und nicht vom Weltjugendtag (Teilnehmerzahl: schlappe 1,5 Millionen) selbst berichten. Ganz typisch: Die Rede des Papstes von heute Mittag, in der er seine Sorge um die Jugendarbeitslosigkeit zum Ausdruck brachte, findet in dem Artikel keine Erwähnung. Journalismus à la Schnitzler
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