"Markt nicht Kriminellen überlassen" Weltdrogenkommission fordert "Ende der Politik von Verboten"

Regierungen sollten das Geschäft mit den Drogen selbst regulieren - und es nicht kriminellen Banden überlassen. Das fordert die Weltkommission für Drogenpolitik. Ihre Mitglieder machen Vorschläge, wie das gelingen kann.


Regierungen sollen den Drogenhandel regulieren - und Verbote lockern. Das empfiehlt die Weltkommission für Drogenpolitik bei der Vorstellung ihres neuen Berichts. Die Politik müsse alle Aspekte des Handels mit Rauschgift kontrollieren und nicht einige Teile in kriminellen Händen lassen, sagte die Präsidentin der internationalen Vereinigung, Ruth Dreifuss. Ein Ende der Politik von Verboten sei ein absolut notwendiger Schritt, so Dreifuss, die frühere Bundespräsidentin der Schweiz.

Der Bericht gebe den Ländern kein Patentrezept, um eine Regulierung umzusetzen, sagte sie. Er gebe den Regierungen aber die zu beantwortenden Fragen an die Hand, um das Problem anzugehen. So müssten die Länder beispielsweise nationale Dialoge einleiten, um eine Lösung zu finden.

Laut dem Bericht konsumieren weltweit rund 250 Millionen Menschen illegale Drogen. Die Staaten müssten sich dieser Realität annehmen und effektive Regulierungsstrategien entwickeln. "Es gibt eine Nachfrage nach Drogen und wenn diese nicht mit legalen Mitteln befriedigt wird, wird sie vom illegalen Markt befriedigt werden", heißt es in dem Papier.

Gebe es eine staatliche Kontrolle, sinke auch die Gefahr für Konsumenten. Denn unter strengen Verboten hergestellte Rauschgifte seien in der Regel stärker in der Wirkung.

Regulierung nicht Legalisierung

Der ehemalige kolumbianische Präsident César Gaviria sagte, es gebe einen Unterschied zwischen der Regulierung und der Legalisierung von Drogen. "Wir glauben an Regulierung, nicht an Legalisierung", sagte er. Dies bedeute, dass der Staat Vorschriften für Produktion, Vertrieb und Verbrauch aufstelle und überprüfe, ob diese eingehalten würden. Eine solche Politik müsse langsam aufgebaut werden.

Die Weltkommission für Drogenpolitik wurde 2011 gegründet und hat derzeit 22 Mitglieder, darunter zwölf ehemalige Staats- oder Regierungschefs wie Helen Clark (Neuseeland), Giorgos Papandreou (Griechenland), Aleksander Kwasniewski (Polen). Auch der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa und der Unternehmer Richard Branson sitzen in dem Gremium.

Im Video: Der Cannabis-Goldrausch - High in Colorado

SPIEGEL TV

jpz/dpa

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