Weltweite Badestunden Das Jahr beginnt mit einem Sprung ins kalte Wasser

Es ist ein eher ungemütlicher Brauch zum Start ins neue Jahr: das Neujahrsschwimmen. In aller Welt springen Menschen ins - meist kalte - Wasser und beweisen sich und ihren Mitmenschen Mut. Mit solchen Aktionen ist ihnen eines gewiss: Das Jahr kann nur noch besser werden.


Hamburg - Teils als Weihnachtsmänner und Meerjungfrauen verkleidet, teils einfach so in sommerlichen Badeklamotten sprangen heute Tausende von Menschen in aller Welt ins Wasser. So kamen im nordfranzösischen Dünkirchen rund 2000 Menschen am Ärmelkanal zusammen und trotzten dem acht Grad kühlen Wasser. Am Bodensee war etwa 250 Mutigen sogar eine Wassertemperatur von nur rund fünf Grad Celsius egal. Immerhin gab es hier Neoprenanzüge zum Schutz der Gesundheit.

Meldungen von ähnlich waghalsigen Aktionen gab es von der Nord- und Ostsee ein, aber auch Berlin, aus Italien, Spanien und Schottland. Ein Blick ins Internet zeigt: Tausende Orte in aller Welt veranstalten zum Jahresanfang Badestunden, meist Neujahrsschwimmen genannt.

Je nach Quelle muss mal das Bild des Taufens, mal das spirituelle Bad im Fluss Ganges in Indien, dann wieder einfach die Mutprobe zum Jahresanfang oder die Gelegenheit, den Kreislauf ordentlich in Schwung zu bringen oder das Immunsystem zu stärken, als Begründung für die sondersamen Veranstaltungen herhalten. Vermutlich ist es aber einfach nur der Wunsch, zum Jahresanfang mal etwas Verrücktes zu unternehmen. Zum Vernünftigsein gibt es ja noch an 364 Tagen Gelegenheit.

kaz



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