Aufräumen nach "Eberhard" Nach dem Sturm ... ist vor dem Sturm

Abgedeckte Dächer, umgeknickte Bäume, Staus auf den Autobahnen und Verspätungen im Bahnverkehr: Tief "Eberhard" wirkt vielerorts nach. Und der nächste Sturm ist schon unterwegs.

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Nach den schweren Stürmen über der Mitte und dem Süden Deutschlands haben die Aufräumarbeiten begonnen. Bereits in der Nacht mussten etliche Einsatzkräfte ausrücken, um die Folgen der Unwetter zu beseitigen.

Derweil kündigt sich mit "Franz" bereits der nächste Sturm an. "Ein Sturmtief jagt das nächste", teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Am Dienstag sollen Franz' Ausläufer Deutschland treffen, der Wind frische im Westen und Norden auf. Am Mittwoch ist laut DWD mit starken bis stürmischen, in der Mitte und im Norden vereinzelt auch mit schweren Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis 100 Kilometern pro Stunde zu rechnen.

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Fotostrecke: Aufräumen und Schnee nach "Eberhard"

Unter anderem in Niedersachsen, Sachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz folgte auf Sturmtief "Eberhard" Schnee. Der Sturm war laut DWD der bislang stärkste der aktuellen Serie. Spitzenwerte wurden in Alsfeld in Hessen mit Orkanböen von bis zu 126 Stundenkilometern gemessen, dicht gefolgt von Leipzig/Halle mit 123 km/h und Chemnitz ebenfalls in Sachsen mit Tempo 120. Auf den Bergen gab es sogar extreme Orkanböen, wie auf dem Feldberg im Schwarzwald, wo 164 km/h gemessen wurden, oder auf dem Brocken im Harz mit Tempo 153.

Viele Dächer wurden durch den Sturm abgedeckt. Im bayerischen Burghausen betraf es das Dach einer Halle, in Frankfurt riss sich das Blechdach eines Kirchturms im Stadtteil St. Gallus los. In Thüringen war ein Dorf zeitweise wegen umgestürzter Bäume von der Außenwelt abgeschnitten und ohne Strom. In Nordrhein-Westfalen meldete der Westdeutsche Rundfunk am Morgen knapp 500 Kilometer Stau auf den Fernstraßen in dem Bundesland. Unter anderem hätten auf der A40 zwischen Mülheim und Essen umgekippte Bäume von der Fahrbahn geräumt werden müssen.

300.000 Haushalte in Tschechien nach Sturm ohne Strom

Auch im Bahnverkehr in Deutschland normalisiert sich die Lage erst allmählich. Es werde "immer noch starke Einschränkungen" sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr geben, teilte die Deutsche Bahn mit. "Pendler sollten mit Verspätungen rechnen und sich in den Informationssystemen auf dem Laufenden halten." Die Schnellfahrstrecke zwischen Köln und München sei wieder frei und könne eingeschränkt wieder befahren werden, teilte das Unternehmen mit.

Weil Sturm "Eberhard" Bäume auf Gleise wehte und einen Stromausfall im wichtigen Stellwerk Essen verursachte, war der Zugverkehr im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW am Sonntagnachmittag komplett gestoppt worden. Im Sauerland kam ein 47-Jähriger ums Leben, als ein entwurzelter Baum auf sein Auto stürzte.

Die ersten Züge im Fern- und Regionalverkehr in dem Bundesland rollen wieder. Einige Strecken wie die zwischen Wuppertal und Solingen sollen Unternehmensangaben zufolge erst am Abend wieder befahrbar sein. Einschränkungen gebe es auch zwischen Altenbeken und Hamm in Westfalen sowie Rosenheim und Kufstein in Bayern.

In Tschechien sind nach den starken Böen immer noch viele Menschen ohne Strom, der Verkehr ist stark eingeschränkt. Mehr als 300.000 Haushalte in Tschechien waren den Versorgungsunternehmen zufolge am Morgen ohne Strom, weil Leitungen beschädigt waren. Vom Sturm betroffen war auch der Zugverkehr auf den Strecken zwischen Regensburg und Pilsen sowie zwischen Budweis und Linz. Die Aufräumarbeiten sollten noch den gesamten Tag andauern.

Auch in Polen führte heftiger Wind zu landesweiten Stromausfällen. Fast 400.000 Haushalte waren nach Unwettern am Wochenende ohne Strom, wie das Sicherheitszentrum der Regierung (RCB) mitteilte.

apr/dpa/AFP

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