Winterwetter im Süden Viele Bahnstrecken komplett gesperrt

Der starke Schneefall bereitet den Menschen in Süddeutschland massive Probleme. In Oberbayern fällt in vielen Schulen der Unterricht aus, der Zugverkehr wird auf zahlreichen Strecken eingestellt.


Die Menschen in Bayern und in Österreich ringen weiter mit den Härten des Winters. In Südbayern sind die Siedlung Buchenhöhe in Berchtesgaden und die Gemeinde Jachenau wegen Schnees weitgehend abgeschnitten, aber mit Lebensmitteln ausreichend versorgt.

Viele Schulen vor allem im Bezirk Oberbayern lassen aus Sicherheitsgründen den Unterricht ausfallen. So meldet der Landkreis Berchtesgadener Land am Donnerstagmorgen, sämtliche Schulen geschlossen zu halten. Im Landkreis und in der Stadt Rosenheim sind beinahe alle Schulen betroffen, Eltern von Schülern an den Grund- und Mittelschulen bleibt es freigestellt, ihre Kinder zum Unterricht zu schicken. Auch einzelne Schulen im Landkreis Ebersberg und in Prien sind betroffen.

Die Lehrer müssen sich laut Kultusministerium dennoch in der Schule aufhalten. Für sie gelte in der Regel eine Dienstpflicht. Außerdem seien sie für die Betreuung von Schülern zuständig, die trotz schwieriger Bedingungen in die Schulen kommen.

Katastrophenfall im Berchtesgadener Land

Am Vormittag rief das Landratsamt für das Berchtesgadener Land den Katastrophenfall aus. Die Behörde übernehme die Koordination der Einsatze der verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen, teilte ein Sprecher mit.

Zahlreiche Straßen in der Region sind wegen der Schneemassen und umgestürzter Bäume gesperrt. In einem Ortsteil von Berchtesgaden ist die einzige Zufahrtsstraße nur von Militärfahrzeugen der Bundeswehr befahrbar - rund 350 Menschen sitzen dort fest. Diese Woche hatte bereits der oberbayerische Landkreis Miesbach den Katastrophenfall ausgerufen.

Strecken von Regionalzügen in Bayern gesperrt

Fahrgäste der Regionalbahnen südlich von München müssen sich derzeit auf erhebliche Behinderungen einstellen. Wegen der starken Schneefälle seien zahlreiche Strecken im Alpenvorland, in den Landkreisen Traunstein sowie immer noch in Garmisch-Partenkirchen komplett gesperrt. Im Landkreis Miesbach hat die Bayrische Oberlandbahn (BOB) nach Tegernsee, Schliersee und Bayrischzell ihren Betrieb eingestellt. Das teilte ein Sprecher der Bahn am Morgen mit.

Hauptsächlich seien Bäume, die wegen der Schneelast auf Gleise und Oberleitungen gefallen sind, das Problem. Bei Hauptstrecken der Bahn, wie etwa von München in Richtung Österreich oder nach Augsburg, gebe es keine Probleme. Laut einem Sprecher kann es hier allenfalls vereinzelt zu Weichenstörungen kommen.

Auch in Teilen Sachsen behindert der Schnee den Bahnverkehr. Wie die Länderbahn mitteilte, geht auf einigen Strecken wegen umgestürzter Bäume und Schneeverwehungen nichts mehr. Die Hauptstrecken des Trilex von Bischofswerda nach Zittau und von Bischofswerda nach Görlitz sind wegen Baumstürzen komplett gesperrt.

Ein Ersatzverkehr ist den Angaben zufolge nicht möglich, weil die Busbetriebe witterungsbedingt keine Überlandfahrten machen können. Wie lange die Sperrungen dauern, ist nicht absehbar.

Hunderte Lkw- und Autofahrer saßen fest

Hunderte Lastwagen- und Autofahrer saßen in der Nacht wegen Schneefalls und Glätte auf der Autobahn 8 fest. Seit dem Abend seien immer wieder Laster auf der schneeglatten Fahrbahn ins Rutschen geraten und hätten Behinderungen verursacht, sagte eine Polizeisprecherin. Der Verkehr sei dadurch zwischen Ulm und Nellingen in Baden-Württemberg auf einer Länge von etwa 35 Kilometern zum Erliegen gekommen. Der Stau habe sich erst am Morgen wieder aufgelöst. Den Angaben zufolge waren Polizei, Rettungsdienst, das Technische Hilfswerk und die Autobahnmeisterei im Einsatz. Die Helfer verteilten unter anderem Decken und heiße Getränke.

In Österreich sind mehrere Orte nicht erreichbar - darunter Galtür in Tirol. In großen Teilen des Bundeslandes Salzburg gilt die höchste Warnstufe.

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Schneeeinbruch in Österreich: Lawinenwarnstufe 2 bis 5

Sechs deutsche Schüler waren am Mittwoch im österreichischen Skigebiet Wildkogel von einer Lawine erfasst und zum Teil verschüttet worden. Sie überlebten den Vorfall nahezu unverletzt. In St. Anton starb ein 16-jähriger Deutsch-Australier bei einem Lawinenabgang.

Seit Tagen schneit es vor allem im Alpenraum immer wieder. Dort gilt auch für Donnerstag die zweithöchste Lawinenwarnstufe. (Mehr zur Gefahr durch Lawinen lesen Sie hier.)

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist bis mindestens Mitte nächster Woche vor allem im Alpenraum mit Schnee zu rechnen. Eine aktuelle Unwetterwarnung wegen heftiger Schneefälle gilt bis Freitag.

hut/dpa



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