Dunkelster Winter seit Jahrzehnten "Ist die Sonne gestorben?"

In weiten Teilen Europas lässt sich die Sonne diesen Winter kaum blicken. Viele Städte unterbieten ihre Durchschnittswerte bei Weitem. Auch in Deutschland blieb die Sonnenstundenzahl im Dezember mancherorts einstellig.

DPA


Dichte Wolkendecken prägen diesen Winter - wer Sonnenschein will, muss in den Flieger steigen. Nicht weiter untypisch für die Jahreszeit, doch einige Teile Europas traf es in diesem Jahr besonders hart.

In Brüssel gab es laut der britischen Zeitung "Guardian" nur 10 Stunden und 31 Minuten Sonne im gesamten Dezember - es sei der zweitdunkelsten Monat seit 1887. Dunkler sei nur der Dezember 1934 mit 9,3 Sonnenstunden gewesen.

Unterboten wird das allerdings von den derzeit stets düsteren Aussichten in der Stadt Lille in Nordfrankreich. In der ersten Januarhälfte gab es für die Menschen dort nur 1 Stunde und 42 Minuten Sonne. Die nordfranzösische Regionalzeitung "La Voix du Nord" titelte daraufhin: "Ist die Sonne gestorben?"

Durchschnittlich ist für Lille laut der Regionalzeitung zufolge ein Wert von 62 Stunden im gesamten Januar. Bedeutet also, dass den Bewohnern von Lille in diesem Jahr bereits rund 30 Stunden Sonnenschein vorenthalten wurden. Auch die Normandie und Paris sind nach den Angaben von Météo France weit von ihren Durchschnittswerten entfernt.

Ungewöhnlich sonnenscheinarm war der Dezember laut Deutschem Wetterdienst auch im Westen Deutschlands. Mit etwas 30 Sonnenstunden erreichte der Dezember deutschlandweit nur 78 Prozent von den sonst üblichen 38 Stunden. Im Westerwald und im Sauerland war es sogar nur rund fünf Stunden wirklich hell.

Doch im Gegensatz zu einem anderen Land können sich die Nordwesteuropäer noch glücklich schätzen: In Moskau gab es in diesem Dezember nur dürftige sechs Sonnenminuten. Für gewöhnlich gibt es hier laut "Guardian" sonst 18 Stunden im letzten Monat des Jahres. Unsere Russland-Korrespondentin weiß ein Klagelied davon zu singen:

cop

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