Feuerwehr in Osnabrück "Das Unwetter hat uns voll getroffen"

Geflutete Keller und Straßen, blockierte Bahnschienen - und ein abgesagter Auftritt von Otto Waalkes: In Niedersachsen und Hessen hat es heftige Gewitter gegeben. Am Montag drohen im Süden des Landes Unwetter.

Einsatzkräfte entfernen umgestürzte Bäume von Bahngleisen bei Osnabrück
DPA

Einsatzkräfte entfernen umgestürzte Bäume von Bahngleisen bei Osnabrück


Heftige Frühlingsgewitter haben am Sonntag über Niedersachsen getobt. In Osnabrück liefen Keller voll Wasser, Straßen wurden überflutet. Nach Blitzeinschlägen gerieten zwei Feldflächen in Brand. Innerhalb von zwei Stunden habe die Feuerwehr zu 70 Einsätzen ausrücken müssen, sagte ein Sprecher. In einer Bilanz am späten Abend hieß es dann, bis 22.30 Uhr seien etwa 150 Einsatzkräfte der Feuerwehr zu insgesamt 127 Einsätzen ausgerückt.

In der Vergangenheit sei oft vor Unwettern gewarnt worden - und im Endeffekt sei dann nur wenig passiert, schrieb die Feuerwehr in einem Facebook-Post. Das sei am Sonntag anders gewesen: "Die Warnungen waren eher allgemein gehalten, aber trotzdem hat das Unwetter uns voll getroffen."

In Aurich wurde das Seaside Festival vorzeitig beendet. Das Konzert von Otto Waalkes fiel aus, es hätte der Abschluss des dreitägigen Festivals sein sollen. Das Gelände sei geräumt worden, die 5000 Besucher hätten es binnen einer Stunde verlassen, teilte eine Polizeisprecherin mit. Das Areal habe unter Wasser gestanden. Waalkes, der sich schon auf dem Gelände befand, twitterte: "Live is live und Open Air is Open Air... Aurich ist heut leider doch zu nah am Wasser gebaut... Konzert wird verschoben, ich sag Bescheeeeeid!"

In Wirdum in Ostfriesland ließ vermutlich ein Blitzeinschlag ein Wohnhaus in Flammen aufgehen. Die darin wohnende vierköpfige Familie und ihr Hund brachten sich in Sicherheit. Rund 90 Feuerwehrleute kämpften drei Stunden gegen den Brand.

Das Unwetter sorgte auch für eine Sperrung der Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Oldenburg. "Umgestürzte Bäume lagen am Sonntagabend im Gleis und wurden von der Feuerwehr weggeräumt", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Die Sperrung zwischen Bersenbrück und Quakenbrück dauerte ungefähr von 17.25 bis 19 Uhr.

Auch in Hessen gab es Blitz, Donner und Starkregen. "Von 20.30 bis 22.30 Uhr hatten die Rettungskräfte im Vogelsbergkreis unheimlich viel zu tun", sagte ein Sprecher der Polizei in Fulda. Straßen standen unter Wasser, Keller liefen voll, Schlamm wälzte sich Abhänge herunter.

In Feldatal wurde ein Auto vom Wasser mitgerissen und gegen eine Hauswand gedrückt. Verletzte gab es nicht. "Das Ausmaß der Schäden wird wohl erst bei Tageslicht deutlich", sagte der Sprecher.

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Unwetter: Muttertag fällt vielerorts ins Wasser

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte tagsüber vor Unwettern in den betroffenen Landstrichen gewarnt. Am Montag soll es nun nach Norden hin sonniger und trocken werden. Im Norddeutschen Tiefland steigen die Temperaturen demnach auf 28 Grad, am westlichen Alpenrand liegt der Höchstwert nur bei 15 Grad.

Für den Süden des Landes sagte der DWD Regen und Gewitter vorher, im späteren Verlauf des Montags soll es teils auch Hagel, Sturm und Starkregen geben. Auch in den kommenden Tagen müsse teils immer wieder mit Gewittern gerechnet werden.

aar/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
hansschulze 14.05.2018
1. Wen hat das Wetter voll getroffen??? Osnabrück gestern?
Wieviel Regen ist da denn runter gekommen? Ca. 40 l. Münster hat am 28.07.2014 290 l in 6,5 Stunden abbekommen. Das war ein Volltreffer!
Überfünfzig 14.05.2018
2. Oh, dafür hat man.....
...das Forum aufgemacht? Wozu, damit mal wieder seitenlang über den Klimawandel und seinen Folgen diskutiert werden kann und Gläubige beider Richtungen sich dann mit Fakten und Studien beider Seiten um die Ohren hauen können?
c.PAF 14.05.2018
3.
Oh, eine Diskussion übers Wetter, wie schön. Ich rede lieber über die Bahn. Früher (als nicht alles besser war) hatte die Bahn noch ein Trassenmanagement, das dafür sorgte, daß direkt an der Bahnstrecke nur Sträucher und Büsche standen und die Wuchshöhe in Abhängigkeit vom Gleisabstand langsam anstieg. So konnten keine Bäume auf die Gleise fallen... Aber heute wird ja gewirtschaftet und gebaut, als gäbe es kein Wetter. Ein Bekannter hat vor 10 Jahren ein Haus gebaut, Hanggrundstück mit Garage im Keller. Die Rampe nach unten ist 7m breit, es gibt eine 10cm breite Rinne zum Wasser seitlich abführen. Als Laie habe ich ihm gesagt, daß das nicht funktionieren könne. Hanggrundstück und schräg dazu eine Rampe in den Keller, toller Trichter. Aber laut Architekt sei das doch ok... Ergebnis ist: bei jedem Starkregen läuft wasser in der Keller, 2x ist ihm der Keller komplett bis zur Decke abgesoffen. Er überlegt nun, den Keller zumauern zu lassen und sich einen Carport in den Garten zu stellen...
regelaltersrentner 14.05.2018
4.
Zitat von hansschulzeWieviel Regen ist da denn runter gekommen? Ca. 40 l. Münster hat am 28.07.2014 290 l in 6,5 Stunden abbekommen. Das war ein Volltreffer!
40 Liter in 6,5 Stunden, das ist bei uns ein starker Landregen. 20 bis 30 Liter in 20 Minuten bei einem Gewitter ist normal. Allerdings, vor 3 Jahren hatten wir ein Gewitter mit 150 Liter in der Stunde, das war entschieden zu viel, alleine bei der Gemeinde ein Schaden von 2,5 Millionen.
hollaenderInMcpom 14.05.2018
5.
Zitat von Überfünfzig...das Forum aufgemacht? Wozu, damit mal wieder seitenlang über den Klimawandel und seinen Folgen diskutiert werden kann und Gläubige beider Richtungen sich dann mit Fakten und Studien beider Seiten um die Ohren hauen können?
Ich stimme Ihenen zu dass es zweifellos einen animierten Austausch von Meinungen geben wird. Es ist aber wichtig dabei zu beachten dass die Leugner des anthropogenen Klimawandels keine wissenschaftlich belastbare Fakten oder Studien vorlegen koennen.
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