Schwere Gewitter über Mitte Deutschlands Land unter

Die A30 überflutet, ein Rennen auf dem Nürburgring unterbrochen, Flüge in Köln/Bonn gestrichen: Teile Deutschlands waren am Sonntag von schweren Unwettern betroffen. Auch Montag drohen Hagel und Sturm.


In einem Streifen von der niederländischen Grenze bis nach Bayern haben sich am Muttertag zahlreiche Gewitter entladen. Darunter seien auch Gewitterzellen mit unwetterartigem Starkregen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

Auf dem Nürburgringwurde das 24-Stunden-Rennen wegen Starkregens und Nebel dreieinhalb Stunden vor dem Ende unterbrochen. "Für mich war die rote Flagge absolut die richtige Entscheidung. Die Sicht ist wirklich grauenhaft", sagte Mercedes-Pilot Luca Stolz. Bereits in der Nacht hatte ein Unwetter für chaotische und teils grenzwertige Rennbedingungen gesorgt.

Am Flughafen Köln/Bonn mussten aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse elf Maschinen umgeleitet werden, sieben Abflüge und drei Ankünfte wurden komplett gestrichen. Zudem gab es zahlreiche Verspätungen. Die Feuerwehr Osnabrück war an 100 Stellen im Stadtgebiet im Einsatz. Die A30 wurde bei Nahne überspült und musste voll gesperrt werden.

In der Nacht und am Montag muss vor allem in Süddeutschland laut DWD örtlich erneut mit Hagel, Sturmböen und Starkregen gerechnet werden. In kurzer Zeit könnten 20 bis 40 Liter Wasser auf den Quadratmeter fallen, sagte Meteorologe Sebastian Schappert.

"Wenn mehrere Gewitter über einem Ort zusammenkommen, können es auch 60 Liter sein", sagte der Meteorologe. Es müsse "mit schweren Gewittern gerechnet werden".

Auslöser der Turbulenzen ist laut Wetterdienst sehr feuchte Luft, die sich langsam in südöstliche Richtung bewegt. In einem breiten Korridor über der Mitte Deutschlands soll es nur noch bis zu 21 Grad warm werden. Norddeutschland kommt laut der Vorhersage besser weg. Dort bleibt es (erst mal) sonnig, trocken - und mit bis zu 28 Grad weiterhin sommerlich warm.

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Unwetter: Muttertag fällt vielerorts ins Wasser

Für Dienstag erwartet der DWD am Alpenrand wieder Schauer und Gewitter, die sich auch im Osten bilden können. Weil die Luft weniger feucht ist als an den Tagen zuvor, wird sich die Unwettergefahr im Süden verringern. Im Westen und Nordwesten überwiegen Sonnenschein und Temperaturen um die 26 Grad.

Von Mittwoch an soll es überall deutlich kühler werden: mit 15 bis 11 Grad würden Mai-typische Werte erreicht, die von Schauern und Gewittern begleitet werden. Diese nehmen zum Donnerstag hin ab, dafür sinken die Temperaturen unter die 20-Grad-Marke.

apr/dpa

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