Orkanböen, Regen, Gewitter Wetterdienst warnt vor Wintersturm "Burglind"

Mit Tief "Burglind" droht Deutschland der erste schwere Wintersturm 2018. Vor allem die Mitte und der Süden des Landes könnten getroffen werden - das Wetter bedroht Bahn und Pendler.

Stürmische See an Neujahr im westfranzösischen Pornic
AFP

Stürmische See an Neujahr im westfranzösischen Pornic


Das Wetter zeigt sich zu Beginn des neuen Jahres von seiner ungemütlichen Seite. Ab Mittwochfrüh müsse in Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit Windböen in Sturm- bis Orkanstärke gerechnet werden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Auch Gewitter seien möglich.

Die Deutsche Bahn beobachte die Wetterlage sehr genau, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Theoretisch seien bei gefährlichen Wetterlagen Geschwindigkeitsreduzierungen bis hin zur Einstellung des Verkehrs möglich. Das Personal an den betroffenen Bahnhöfen werde verstärkt. Bundesweit stünden an mehreren Standorten Reparaturtrupps bereit, um Sturmschäden an Oberleitungen zu beseitigen und umgestürzte Bäume aus Gleisen zu entfernen.

Vor allem der Mitte und dem Süden Deutschlands steht laut DWD ein stürmischer Mittwoch bevor. Tief "Burglind" ziehe von Westen her auf. Orkanböen mit mehr als 120 km/h seien mitunter möglich.

Sturm gefährdet den Berufsverkehr

Bei hohen Windgeschwindigkeiten müsse mit umstürzenden Bäumen und herabfallenden Dachziegeln gerechnet werden, sagte Meteorologe Christoph Hartmann. Örtlich könne deshalb im Westen der Berufsverkehr zum Erliegen kommen.

Die Wetterfront, die auch Schauer und Gewitter mit sich bringt, überquert laut Vorhersage gegen drei Uhr in der Nacht die deutsche Grenze. Gegen Mittag erreicht sie die Alpen. Dem Norden drohen dann im Fall von Gewittern orkanartige Böen. Die Temperaturen liegen zwischen 5 Grad im Osten und 14 Grad am Oberrhein.

  • Im Schwarzwald und in den Alpen könnten bis Freitagmittag 100 Liter Wasser pro Quadratmeter fallen, sagte der DWD voraus - in Staulagen sogar um die 120. Im Schwarzwald könnten die Böen bis zu 140 km/h schnell werden. Wegen der Unwetterwarnung werden die Loipen im Nationalpark Schwarzwald am Mittwoch geschlossen.
  • Für Hessen rechnet der DWD mit Windgeschwindigkeiten um die 120 km/h, hinzu kommt teils kräftiger Regen. Auch in Nordrhein-Westfalen kann der Wind Orkanstärke erreichen.
  • Auf dem 1141 Meter hohen Brocken im Harz sollten Wanderer und Touristen besonders vorsichtig sein: Hier drohen bereits von Dienstagabend bis Donnerstagmorgen Orkanböen um die 130 km/h.
  • An der Küste in Norddeutschland kommt es am Mittwoch ebenfalls zu orkanartigen Winden. Dafür seien an der Küste starke Luftdruckgegensätze zwischen einem schweren Sturmtief über dem Atlantik und einem Azorenhochkeil bei Irland die Ursache, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Während das Tief schnell zur Ostsee abzieht, sollen Orkanböen und Gewitterschauer an der Nordseeküste und in anderen Teilen Niedersachsens folgen. Im Landesinneren ist - bis auf die Höhenlagen im Harz - mit geringeren Windstärken aus Südwest zu rechnen.
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Ruhiger wird es dem DWD zufolge erst wieder in der Nacht zum Donnerstag. Im Tagesverlauf ziehe dann kräftiger Dauerregen ins Land, der örtlich Bäche zum Überlaufen bringen kann.

Meteorologe Hartmann sprach von einem klassischen Übergangswetter. Echtes Winterwetter mit Dauerfrost und Schnee bis in die Niederungen sei derzeit nicht in Sicht.

Nach einem leichten Rückgang an Neujahr steigt auch der Wasserstand der Mosel in den nächsten Tagen wieder an. Im Lauf des Mittwochvormittags sei nach starken Regenfällen ein Wasserstand von 7,50 Metern zu erwarten, so die Erwartung des Hochwassermeldezentrums in Trier. Kritisch werde es ab acht Metern.

apr/dpa

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