Raubtierfreie Manegen Wilde Tiere in niederländischen Zirkussen verboten

Wilde Tiere in engen Käfigen und gestresst auf Reisen - das soll es in den Niederlanden nicht mehr geben. Ein neues Gesetz verbietet Zirkusbetreibern das Halten von Tigern, Löwen oder Zebras.

Tiger im Zirkus: zu wenig Bewegung, zu viel Stress
DPA

Tiger im Zirkus: zu wenig Bewegung, zu viel Stress


Zehn Jahre lang hatte sich die im niederländischen Parlament vertretene "Partei für die Tiere" für ein Verbot von wilden Tieren in Zirkussen eingesetzt. Dann gelang im Dezember 2014 mit einem neuen Gesetz der Durchbruch: Tiger, Löwen oder Zebras dürfen nicht mehr in den Manegen gezeigt werden. Am Dienstag trat das Gesetz in Kraft.

Die Tiere lebten in der Regel auf engem Raum, hätten zu wenig Bewegung und stünden durch das viele Reisen unter Stress, erklärte die zuständige Staatssekretärin für Landwirtschaft, Sharon Dijksma, im niederländischen Radio. "Die Nachteile für die Tiere wiegen schwerer als Unterhaltung und Traditionen."

Von dem Verbot betroffen sind auch Bären, Elefanten, Giraffen und Primaten. In den Niederlanden gibt es 22 Zirkusse, von denen 16 wilde Tiere zeigen. Die meisten von ihnen haben laut Angaben von Tierschützern bereits eine neue Bleibe gefunden. Sechs Elefanten, drei Tiger und zwei Zebras müssten noch untergebracht werden.

Für viele kleine Zirkusse bedeute die Entscheidung das wirtschaftliche Aus, weil es ihnen nicht gelingen werde, auf die Schnelle Ersatzauftritte zu organisieren, bemängelten Kritiker des Gesetzes. Auch würden keine Entschädigungen gezahlt.

Wildtier-Verbote gelten bereits in zahlreichen europäischen Ländern, darunter Österreich, Griechenland und Belgien. In Deutschland sind die Auftritte dagegen noch erlaubt - was immer wieder zu hitzigen Debatten führt.

ala/dpa



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