Dauerfrost in Deutschland Auch am Mittwoch bleibt es eiskalt

Einen Tag vor dem meteorologischen Frühlingsbeginn hat Deutschland wieder eine bitterkalte Nacht erlebt. Auch tagsüber bleiben die Temperaturen niedrig. Der Wohnungslosenverein warnt: "Man kann auch tagsüber erfrieren."

DPA

Der Winter in Deutschland bleibt eiskalt: Einen Tag vor dem meteorologischen Frühlingsbeginn fielen in der Nacht die Temperaturen an der Ostsee auf minus 13 Grad, auf der Zugspitze wurden sogar minus 24 Grad gemessen, wie es auf der Internetseite des Wetterdiensts Kachelmannwetter heißt.

"Die Nachttemperaturen liegen fast landesweit im strengen Frostbereich", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdiensts (DWD) am frühen Mittwochmorgen. Auch am Tag müsse weiter mit Dauerfrost gerechnet werden.

Nachts wurden laut DWD in Lübeck und im Erzgebirge minus 20 Grad erreicht. In den Alpen lagen die Temperaturen zwischen minus 20 und minus 26 Grad. In den Mittelgebirgen erreichten die Temperaturen Werte zwischen minus 10 und minus 18 Grad. Etwas milder war es entlang des Rheins bei Werten zwischen minus 9 Grad in Düsseldorf und minus 10 Grad in Wiesbaden.

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Dauerfrost in Deutschland: Klirrende Kälte

Der Verkehr auf den Straßen lief in der Nacht weitgehend ohne größere Probleme. "Es ist kalt, aber mehr nicht", sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Nordrhein-Westfalen. Aus Bayern hieß es: "Alles ruhig, alles schön." Das sächsische Lagezentrum meldete: "Furchtbar kalt, aber von gefährlicher Glätte nichts zu sehen."

Für die kommende Nacht rechnet der DWD mit einem Ansteigen der Temperaturen. "Es wird nicht mehr ganz so kalt", sagte ein Sprecher des DWD. In der Fläche sei aber immer noch mit Temperaturen zwischen minus 8 und minus 10 Grad zu rechnen.

Um Obdachlose vor dem Frost zu schützen, fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe Aufenthaltsräume, die auch tagsüber geöffnet haben. Es reiche nicht aus, nur nachts Unterkünfte anzubieten und die Obdachlosen morgens wieder auf die Straße zu schicken, sagte Geschäftsführerin Werena Rosenke. "Man kann auch tagsüber erfrieren." In dieser Saison habe der Verein deutschlandweit bereits vier Kältetote registriert. Mehr zur Lage der Obdachlosen in den großen Städten lesen Sie hier im Überblick.

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Von Westen her wird es laut DWD in den kommenden Tagen langsam etwas wärmer. Am Wochenende besteht dann im Süden und Westen Glättegefahr - hier fällt vereinzelt gefrierender Regen.

Insgesamt war der Winter 2017/2018 in Deutschland vergleichsweise mild. Die Durchschnittstemperatur betrug 1,6 Grad und lag damit 1,4 Grad über dem langjährigen Mittelwert, teilte der DWD am Dienstag mit. Eisig kalt präsentierte sich allein der Februar: In Gießen und Chemnitz beispielsweise sei bisher keine einzige Nacht in dem Monat frostfrei gewesen.

aar/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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frank.huebner 28.02.2018
1. Na und, es ist Winter!
Ich kann diese ganzen Kältemeldungen nicht mehr hören! Es ist Winter, da ist mit Kälte zu rechnen. In meiner Jugend (okay, etwas länger her) war es völlig normal, im WInter über längere Zeiträume unter Minus 10 Grad zu haben, oft auch mit reichlich Schnee. Es ist die Verweichlichung der Gesellschaft, die jetzt alle jammern lässt. Genauso mit dem Verkehr. Sobald 10cm Schnee liegen ist von Schneechaos die Rede, der Verkehr steht still und die Bahn fällt aus. Lachhaft. Die Normalwetterlagen im Winter dürfen uns in der heutigen Zeit doch nicht umhauen?
harald441 28.02.2018
2. Entscheidend sind nicht
irdische Politikbeschlüsse, wann der Frühling anzufangen habe, sondern alleine die Natur, die die Umlaufbahn der Erde um die Sonne festgelegt hat, und somit auch die vier Jahreszeiten - bis in alle Ewigkeit. Der astronomische Frühlingsbeginn ist also infolgedessen der 20. März. Aber ich weiß, man hat den getürkten Winteranfang auf den 1. Dezember gelegt, damit man im weiteren Verlauf diesen metereologischen Winter(unsinn) als zu warm darstellen kann, während dadurch der metereologische Frühling am 1. März beginnend zu kalt gerechnet werden würde; was man aber unter den Tisch fallen läßt, da sich daraus keine alarmistische Klimameldung basteln läßt. Merke: Wenn die Wirklichkeit nicht das hergibt, was die Ideologen sich wünschen, dann dreht man eben an der Zeitskala und belügt dadurch die Menschen.
schwelle 28.02.2018
3. Ich warte...
...auf einen Begriff wie "Jahrhundertkälte". Sowas wird doch auch gerne genommen ;-)
Uban 28.02.2018
4. Es gab auch vor 20-25 Jahren Winterkälte ...
... doch neu ist jetzt dass schon auch nur ind der Nähe der "weissen Null" der Verkehr und das öffentliche Leben in der Großstadt kollabieren mit den merkwürdigsten Erklärungen .... Das macht auch eine moderate Winterzeit zur Tortur. So viel zum Beitrag des Menschen ...
Bananenschale 28.02.2018
5. nicht so ernst nehmen
Zitat von harald441irdische Politikbeschlüsse, wann der Frühling anzufangen habe, sondern alleine die Natur, die die Umlaufbahn der Erde um die Sonne festgelegt hat, und somit auch die vier Jahreszeiten - bis in alle Ewigkeit. Der astronomische Frühlingsbeginn ist also infolgedessen der 20. März. Aber ich weiß, man hat den getürkten Winteranfang auf den 1. Dezember gelegt, damit man im weiteren Verlauf diesen metereologischen Winter(unsinn) als zu warm darstellen kann, während dadurch der metereologische Frühling am 1. März beginnend zu kalt gerechnet werden würde; was man aber unter den Tisch fallen läßt, da sich daraus keine alarmistische Klimameldung basteln läßt. Merke: Wenn die Wirklichkeit nicht das hergibt, was die Ideologen sich wünschen, dann dreht man eben an der Zeitskala und belügt dadurch die Menschen.
Es ist normal, daß die meteorolgischen Jahrzeiten den astronomischen eher nacheilen. Ebenso normal ist, daß es bis in den März hinein bitter kalt sein kann. Hinzu kommt, daß in einigen Regionen gerade um die Weihnachtszeit herum eine milde Witterung typisch ist, obwohl der November schon winterlich gewesen sein kann. Der meteorologischen Winteranfang ist mit dem 01.12. deutlich zu früh angesetzt. Ernst nehmen muß man das nicht. Man vergleicht natürlich Zeiträume und nicht nominelle Jahrzeiten. In Bezug auf die Klimafrage schließen Sie also fehl. I.Ü. kann es auf grund des Klimawandels sehr wohl sein, daß in Europa Wintermonate für eine Zeit strenger ausfallen als üblich. Das hängt mit der polaren Zikulation zusammen. Gesicherte Tatsache ist, daß gerade in der Nordpolar-Region die Temperaturen im langjährigen Mittel drastisch gestiegen sind.
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