Yoga-Hosen-Wahn: Hersteller ruft Kult-Buxe zurück

Die Agonie bei den Fans ist groß. Eine bei Yoga-Treibenden in den USA besonders beliebte Sporthose namens Astro ist aus dem Verkauf genommen worden. Der Grund: Die Buxe war zu durchsichtig.

Hip, hipper, Hose: "Die Welt zu einem schöneren Ort machen" Zur Großansicht

Hip, hipper, Hose: "Die Welt zu einem schöneren Ort machen"

Los Angeles - Es soll ja Frauen geben, die sich beim Yoga aufs Atmen konzentrieren. Auf die richtige Fußhaltung im "Hund" oder die fließende Bewegung bei "Katze und Kuh". Ihnen ist es völlig egal, welche Restfarbe ihre ausgewaschene Jogginghose hat und auf welchem Grabbeltisch sie diese mal erstanden haben.

Andere wiederum suchen den Hype, den Kult, irgendetwas absolut Neues zwischen all den Jahrtausende alten Techniken. Einige haben es gefunden - in einer Hose namens Astro.

Die Firma Lululemon Athletica Inc. ("Let's flow") vertreibt Sporttextilien. Hochpreisige. Vom "Wunder-Under-Höschen" bis zum "Vinyasa to Vino Bag" kann sich Frau hier von Kopf bis Fuß auf Yoga trimmen. Besonders beliebt: Astro, eine Turnbuxe für 98 Euro. Die mache angeblich so unfassbar schlank, dass man ohne sie nicht mehr leben könne, ließen delirierende Käuferinnen wissen.

Die Pants bahnten sich ihren Weg aus den Turnhallen in Büros und Supermärkte. Prominente wie Reese Witherspoon oder Supermodel Gisele Bündchen heizten laut "Los Angeles Times" den Hype an, in dem sie sich ebenfalls in Lululemon zeigten.

Doch dann der Yoga-Super-GAU: Das börsennotierte Unternehmen aus Kanada musste Tausende Höschen zurückrufen. Der Grund: Kundinnen hatten sich darüber beschwert, dass die Yoga-Stretch-Klamotte plötzlich zu durchsichtig sei. Zuviel Transparenz auf der Gummimatte also.

Produziert werden die Yoga-Pants in Vietnam und Taiwan. Man könne sich nicht erklären, wie es zu dem Produktionsfehler kommen konnte, hieß es aus Vancouver. Die Hersteller seien seit 2004 dieselben. Jetzt wird fieberhaft nach Fehlerquellen gesucht.

Es war nicht der erste Rückruf der kanadischen Firma in den vergangenen Monaten - und er bescherte Unannehmlichkeiten: Die Aktie fiel am Dienstag um knapp drei Prozent auf 64,08 US-Dollar. Lululemon korrigierte seine Umsatzprognose für das erste Quartal nach unten. Dabei hatte das Unternehmen erst im Dezember verkündet, in den kommenden zwei Jahren in 15 verschiedene Länder expandieren zu wollen.

Auf der Facebook-Seite des Unternehmens diskutierten derweil wackere Label-Fans das PR-Desaster. Und zogen so ihre ganz eigenen Schlüsse daraus: "Tut mir leid, von der Rückrufaktion zu hören", schrieb User Brandon Hillier. "Ich liebe euch aber trotzdem noch. Ihr macht die Welt zu einem schöneren Ort."

ala

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