Chicago - Im 103. Stock bietet sich eine atemberaubende Aussicht: Vom "Skydeck" des Willis Tower in Chicago können Besucher bis zu 80 Kilometer weit in vier verschiedene US-Bundesstaaten blicken. Und wer lieber nach unten schauen möchte, kann dies auf einem der Balkone mit Glasboden tun - unter den Füßen geht es 412 Meter in die Tiefe.
Zac Vawter hat hart für diesen Anblick gearbeitet. Am Sonntag stand der 31-Jährige endlich auf dem "Skydeck", es war ein Triumph für ihn und ein Erfolg für die Wissenschaft. Denn Vawter hat die 2107 Stufen erklommen, obwohl er sein rechtes Bein vor drei Jahren bei einem Motorradunfall verloren hat.
Das Rehabilitation Institute of Chicago nennt Vawters Prothese das "weltweit erste neural-kontrollierte bionische Bein", wie CNN berichtet. Das bedeutet: Wenn Vawter daran denkt, die Treppen zu steigen, werden Signale an die Prothese gesandt, die diese in Bewegung setzen. Die Technik sei zuvor bereits in Armen und Fingern eingesetzt worden, aber noch nie in einem Bein, schreibt CNN.
"Es fühlt sich großartig an", sagte Vawter. Nervös sei er nicht wegen des Aufstiegs gewesen, sondern wegen der Medien, zitiert die Zeitung "Chicago Sun Times" den 31-Jährigen.
53 Minuten und neun Sekunden brauchte Vawter für den Aufstieg. Er war einer von 3000 Läufern, die sich für den guten Zweck in die Höhe quälten - es kam knapp eine Million Dollar für das Rehabilitations-Zentrum zusammen. Dort ist auch der US-Senator Mark Kirk Patient, er hatte im Januar einen Schlaganfall erlitten. In Chicago hatte er nun seinen ersten öffentlichen Auftritt, schreibt CNN. Auch er lief einige Stockwerke im Willis Tower mit.
aar
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