Morddrohungen und Amtsaufgabe Erzbistum ernennt Nachfolger für Zornedings Pfarrer

Vor eineinhalb Wochen trat der mit Mord bedrohte Pfarrer im bayerischen Zorneding zurück, nun hat die katholische Kirche einen Nachfolger ernannt - allerdings nur als Zwischenlösung.

Zurückgetretener Pfarrer Ndjimbi-Tshiende
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Zurückgetretener Pfarrer Ndjimbi-Tshiende


Der Nachfolger von Olivier Ndjimbi-Tshiende steht fest: Eineinhalb Wochen nach dem Rücktritt des mit Mord bedrohten dunkelhäutigen Pfarrers von Zorneding hat das Erzbistum einen Nachfolger für den 66-Jährigen ernannt. Ab sofort leite Prälat Walter Wakenhut die Pfarrei der bayerischen Gemeinde nahe München, teilte das Erzbischöfliche Ordinariat mit.

Der 73-jährige frühere Militärgeneralvikar im Katholischen Militärbischofsamt in Berlin soll die Pfarrei bis Herbst übernehmen. Dann soll die Nachfolge des aus dem Kongo stammenden Ndjimbi-Tshiende endgültig geklärt sein. Der Geistliche war nach mehreren rassistisch motivierten Morddrohungen Anfang März als Pfarrer zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung gegen unbekannt.

Nach dem Vorfall hatten sich Tausende Bürger in Zorneding auf der Straße mit dem Priester solidarisiert."Wir schämen uns", sagte CSU-Bürgermeister Piet Mayr. Es sei wichtig, Flagge zu zeigen gegen Hetze und Fremdenfeindlichkeit. Zorneding sei nicht der braune Ort, wie er nach diesem Vorfall zum Teil dargestellt werde. Zuvor hatten die Online-Petition "Unser Pfarrer soll in Zorneding bleiben" fast 70.000 Menschen unterschrieben.

Im Video: Tausende Menschen solidarisieren sich in Zorneding

mxw/dpa



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