Schweres Zugunglück in Italien "Tränen und Schmerz"

Bei dem Zugunglück in Süditalien sind nach neuesten Angaben mindestens 27 Menschen gestorben. Die Arbeiten an der Strecke dauern an - genauso wie die Suche nach der Ursache.

REUTERS

Menschliches Versagen? Ein technischer Defekt? Nach dem Zusammenprall zweier Züge in Süditalien dauert die Suche nach der Unglücksursache weiter an. Die Staatsanwaltschaft in der Stadt Trani ermittelt wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung gegen unbekannt. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich inzwischen auf mindestens 27.

Am Dienstagvormittag gegen 11.30 Uhr waren die beiden Züge mit hoher Geschwindigkeit auf einer eingleisigen Strecke nördlich von Bari frontal zusammengeprallt - es war eines der schwersten Bahnunglücke in der Geschichte Italiens. Etwa 50 Menschen wurden Medienberichten zufolge verletzt.

Helfer arbeiteten bis in die Nacht, um Opfer aus den Trümmern zu bergen. Premierminister Matteo Renzi hatte einen Besuch in Mailand abgebrochen und war noch am Dienstag an die Unglücksstelle gereist. Er versprach eine vollständige Aufklärung und sprach den Opfern und deren Familien sein Mitgefühlt aus. Bei Twitter schrieb er von "Tränen und Schmerz", er verspüre aber auch "großen Ärger". Es müsse Klarheit darüber geben, was genau passiert sei.

"Wir wissen noch nicht, was der Grund für den Zusammenstoß war", sagte Italiens Verkehrsminister Graziano Delrio. Aufschluss soll die Blackbox der Züge geben. Die Umweltorganisation Legambiente kritisierte, dass es auf der veralteten Strecke kein automatisches Zugbremssystem gebe und wenig in die Bahnstrecken des Südens investiert werde.

Unklar ist bisher auch, wie viele Menschen in den Regionalzügen waren. Berichten zufolge soll es sich um zahlreiche Studenten und Pendler gehandelt haben. Der Generaldirektor der privaten Betreiberfirma Ferrotramviaria, Massimo Nitti, sagte in einem Telefoninterview mit dem Sender RAI: "Einer der beiden Züge war zu viel, welcher, muss eine Untersuchung klären."

Video: Zugunglück bei Bari

aar/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.