Zugunglück in Russland: Hitze soll Gleise verbogen haben

Rund 80 Verletzte, aber zum Glück keine Toten: Das ist die Bilanz eines Zugunglücks im südrussischen Krasnodar. Als Ursache wird die Hitze in der Region vermutet, die den veralteten Gleisen so zugesetzt haben soll, dass diese sich verbogen.

Moskau - Auf dem Weg vom Schwarzen Meer nach Nowosibirsk ist ein Passagierzug entgleist, mindestens 76 Menschen wurden verletzt, 15 von ihnen schwer. Auch fünf Kinder seien ins Krankenhaus gekommen, teilte der Zivilschutz am Sonntag mit. Das Innenministerium betonte, es gebe keine Toten. Als mögliche Ursache gelten die hohen Temperaturen in der südrussischen Region Krasnodar, durch die der Zug zum Zeitpunkt des Unglücks fuhr.

Wie die Nachrichtenagentur ITAR-TASS unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, bremste der Lokführer plötzlich ab, als er bemerkte, dass die Schienen vor ihm durch die Hitze verformt waren. Daraufhin seien die Lokomotive sowie 5 von insgesamt 19 Waggons aus den Gleisen gesprungen und umgekippt. Einen Terroranschlag schloss das Innenministerium aus. Seit Freitag lagen die Temperaturen in Krasnodar konstant über 30 Grad.

Insgesamt waren mehr als 600 Menschen an Bord des Zugs Nr. 140 von Adler bei Sotschi am Schwarzen Meer nach Nowosibirsk. Sie wurden mit zwei Dutzend Polizeibussen zu einer anderen Station gebracht und sollten von dort mit Ersatzzügen weiterfahren. Wegen des Unfalls auf der wichtigen Strecke verspäteten sich mehrere Züge.

Mehr als 400 Rettungskräfte waren mit schwerer Technik im Einsatz. Viele Schienenstrecken im Riesenreich sind veraltet. Auch deshalb will die Staatsbahn bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 Tausende Gleiskilometer modernisieren.

hpi/dpa/afp

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