Weltkriegs-Vermisste 1,2 Millionen Menschen werden wohl verschollen bleiben

Über eine Million Menschen werden seit dem Zweiten Weltkrieg noch vermisst. Das Interesse an den Vermissten ist weiter groß - doch viele Fälle werden wohl ungeklärt bleiben.

Überlebende deutsche Soldaten nach der Kapitulation in Stalingrad (undatiertes Archivfoto)
DPA

Überlebende deutsche Soldaten nach der Kapitulation in Stalingrad (undatiertes Archivfoto)


Der Zweite Weltkrieg ist seit über 70 Jahren beendet, aber noch immer werden mehr als 1,2 Millionen Menschen vermisst. So viele offene Vermisstenfälle aus dieser Zeit lagern noch beim Deutschen Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes. "Diese Schicksale werden wir nicht mehr klären können", sagte der Leiter des Suchdienstes, Thomas Huber.

Denn das Ende der Arbeit steht bereits fest: In Absprache mit dem Bundesinnenministerium werden die Nachforschungen Ende 2023 eingestellt. Es gibt aber keine konkreten Zahlen zu den Vermissten der Schlacht von Stalingrad, deren Ende sich am 2. Februar zum 75. Mal jährt.

Noch ist das Interesse an den Verschollenen des Weltkriegs groß. Etwa 9000 Anfragen von Enkeln und Kindern habe der Dienst laut Huber im vergangenen Jahr erhalten. "Für viele Angehörige ist das immer noch ein schwarzer Punkt auf der Familienlandkarte. Diese Fälle bearbeiten wir auch aktiv", sagte der Suchdienst-Leiter. Um manche Schicksale zu klären, genügten nur zwei Blicke in die Akten. Andere Fälle können sich laut Huber aber auch über Monate ziehen.

Kurz nach Kriegsende hatte der Dienst mehr als 20 Millionen Menschen gesucht. 1959 waren es noch 2,5 Millionen offene Suchanfragen. Unter den geklärten Fällen seien etwa 300.000 als vermisst gemeldete Kinder. 2010 konnten zudem zwei Brüder nach mehr als 60 Jahren wieder vereint werden.

win/dpa



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