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Zyklon "Pam" in Vanuatu: Ein Monster von einem Sturm

Es ist eine der schlimmsten Wetterkatastrophen, die den Inselstaat jemals ereilt hat: Der Zyklon "Pam" hat große Teile von Vanuatu zerstört. Dutzende Menschen starben, dem Archipel drohen Hunger und Seuchen.

Port Vila - Zerstörte Häuser, womöglich Hunderte Tote und immer noch kaum Kontakt zu den Nachbarinseln: In dem Pazifikstaat Vanuatu ist die Lage dramatisch, der Zyklon "Pam" hat weite Teile des Landes verwüstet. Ein "Monster-Sturm" sei über das Land hinweggefegt, sagte der Präsident des Inselstaats, Baldwin Lonsdale, sichtlich bewegt in einem Interview. "Wir wissen nicht, ob unsere Familien in Sicherheit sind oder nicht."

Drei Tage nach dem verheerenden Unwetter kämpft der Inselstaat mit 267.000 Einwohnern nun mit dem nächsten Desaster. Das Büro von Präsident Lonsdale erklärte am Dienstag (Ortszeit), in der ersten Woche nach dem Unglück sei die Ernte noch nutzbar. Doch schon ab der Woche danach könne den Überlebenden das Essen ausgehen, sagte Sprecher Benjamin Shing dem Sender ABC.

"Es ist ein verstörender Anblick"

Wie viele Menschen bei dem Zyklon ums Leben kamen, ist ungewiss. Der Uno zufolge wurden mindestens 24 Menschen getötet. Sprecher Shing rechnet mit vielen Opfern. Das genaue Ausmaß der Zerstörung sei wegen der zusammengebrochenen Kommunikation zwischen den 83 Inseln aber noch immer nicht absehbar.

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Zyklon "Pam": Zerstörung auf Vanuatu

Ein Entwicklungshelfer der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor Ort, Christopher Bartlett, sagte SPIEGEL ONLINE, die Schäden in Vanuatu seien gewaltig. In der Hauptstadt Port Vila wurde laut Bartlett jedes fünfte Haus völlig zerstört, nahezu alle Gebäude seien beschädigt. Auch er geht von vielen Todesopfern aus. Neben den Lebensmittelengpässen befürchtet Bartlett wegen der überspülten Trinkwasserquellen einen Seuchenausbruch.

Schätzungen der Uno zufolge wurden 3300 Menschen durch den Zyklon obdachlos. Nur langsam läuft die internationale Hilfe an, die Einsatzkräfte haben mit dem schlechten Wetter und der bestenfalls wackligen Kommunikation zu kämpfen. Auch die fehlende Infrastruktur behindert die Helfer, viele Inseln haben beispielsweise keine Flughäfen.

Erste Erkundungsflüge des australischen Militärs zeigten Bilder großer Zerstörung. "Es sind nicht nur die zusammengestürzten Häuser - auch Palmenwälder, Bäume. Es ist ein verstörender Anblick", sagte Australiens Außenministerin Julie Bishop.

Zyklon "Pam" hatte Vanuatu in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) getroffen, die Sturmböen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde. Präsident Lonsdale machte den Klimawandel mit für die Katastrophe verantwortlich.

gam/AFP/AP

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insgesamt 7 Beiträge
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1. die folgen
knapi 17.03.2015
des zyklon auf vanuatu sind doch vergleichsweise gering im verhältnis zu den folgen des erdbebens auf haiti. nachdem die welt dort umfangreich geholfen hat, müßten doch ausreichend finazielle mittel der finanzstarken staaten dieser welt zur hilfe bereitstehen. dazu muß doch der präsident von vanuatu nicht gleich wieder die klimakeule herausholen
2.
Tiananmen 17.03.2015
Ich finde es immer wieder erschreckend, dass Redakteuren anscheinend jedes Sprachgefühl abgeht. Es ist herabwürdigend im Zusammenhang mit Menschen von "Dutzenden" zu schreiben. Tote im Dutzend!!!
3.
cobaea 17.03.2015
Zitat von TiananmenIch finde es immer wieder erschreckend, dass Redakteuren anscheinend jedes Sprachgefühl abgeht. Es ist herabwürdigend im Zusammenhang mit Menschen von "Dutzenden" zu schreiben. Tote im Dutzend!!!
Es gab "Dutzende von Toten" besagt einfach, dass es mindestens 24 waren und würdigt weder die Toten noch die Lebenden herab. "Hunderte" oder "Tausende" wären ja auch keine Herabwürdigung sondern nur eine Mengenangabe - auch Menschen bzw. Opfer sind manchmal eine "Menge", auch wenn jedeR für sich ein Individuum ist. Wie soll man sonst beispielsweise berichten, wenn im viele Bürgerkriegsopfer geht? "Viele" allein ist kaum aussagekräftig - zwischen "einige" und "Hunderttausende" liegt der Schrecken eines Krieges, der sich eben auch in Opferzahlen ausdrückt.
4. Hilfe?
eskimo47 17.03.2015
Wo bleibt die Angabe eines Spendenkontos, auf das man überweisen kann?
5. Diskussion
sir_chrisko 17.03.2015
Meiner Meinung nach sollten wir aber den klimatechnischen Teil der Katastrophe nicht vergessen, da viele Ozeanische Inseln bis 2025 überflutet werden sollen und, dass es solche Naturkatastrophen immer wieder auf Erde geben wird auch wenn der Mensch von der Erde verschwunden ist. Wir sollten uns mehr darauf konzentrieren den Menschen dort zu helfen und die Städte wieder aufbauen und Hilfsgüter sowie Ärzte zu schicken und nicht darüber Nachzudenken wie es dazu kam und wie man Griechenland vor dem Bankrott rettet, welcher sowieso nicht zu verhindern ist.
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