Gesundheit Rauchfreies Deutschland

Schlechte Nachrichten für Raucher: Im Bundestag zeichnet sich eine große Koalition für ein umfassendes Rauchverbot ab. In Italien, Irland und Norwegen gelten bereits ähnliche Gesetze.


Zigarettenkippen: Verpflichtung, Nichtraucher zu schützen
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Zigarettenkippen: Verpflichtung, Nichtraucher zu schützen

Berlin - Ein solches Verbot sei in Deutschland nicht nur in öffentlichen Gebäuden, sondern auch in Restaurants notwendig, sagt die SPD-Gesundheitsexpertin Marlies Volkmer. "Wir haben die Verpflichtung, Nichtraucher und Restaurantangestellte zu schützen", so die Politikerin gegenüber dem SPIEGEL. Auch die Drogenbeauftragte der Unionsfraktion, Gerlinde Kaupa, will den Tabakqualm strikt eindämmen.

Eine freiwillige Selbstverpflichtung für Hotels und Gaststätten auf die Einrichtung von Nichtraucherzonen, wie sie die Bundesregierung anstrebt, reiche nicht aus. "Wenn selbst in Ländern wie Italien oder Irland ein Rauchverbot durchsetzbar ist, sollte dies auch bei uns möglich sein", so Kaupa.

In Italien gilt seit dem 10. Januar ein striktes Rauchverbot in Restaurants und Bars. Seither ist es Restaurant-Besuchern nur noch in abgeschlossenen Raucherräumen mit einer separaten Lüftung gestattet, das Mahl mit Zigaretten oder Zigarren ausklingen zu lassen. Das Rauchen ist auch in allen italienischen Zügen verboten, ebenso am Arbeitsplatz, in allen Geschäften sowie in öffentlichen und privaten Büros mit Publikumsverkehr. Wer in Italien dennoch zum Glimmstängel greift, muss mit 25 bis 250 Euro Bußgeld rechnen. Auf Rauchen neben Schwangeren oder Kindern steht die doppelte Strafe. Auch die Wirte sind verpflichtet, für saubere Luft zu sorgen: Sie müssen jeden rauchenden Gast anzeigen. Tun sie das nicht, drohen Strafen zwischen 220 und 2200 Euro.

Irland hatte im vergangenen März als erstes Land der Welt Zigarettenkonsum in sämtlichen Restaurants und Kneipen verboten. Bei Nichtbeachtung des Verbots drohen dort Geldbußen von bis zu 3000 Euro. In Norwegen ist ein vergleichbares Verbot seit 1. Juni 2004 in Kraft. Rauchen in Bars, Restaurants und Clubs ist dort seither verboten.

In New York gilt seit 1995 ein Anti-Raucher-Gesetz in Restaurants. Seit März 2003 herrscht auch in Bars, Clubs und allen Büros Rauchverbot. Überall mussten Schilder mit dem Rauchverbot angebracht und die Aschenbecher weggeschlossen werden. Wer das Gesetz einmal verletzt, muss 200 bis 400 Dollar Strafe zahlen, beim zweiten Mal 500 bis 1000, beim dritten 1000 bis 2000. Danach kann das Geschäft geschlossen werden.



Forum - Rauchen - Kein blauer Dunst mehr an allen öffentlichen Plätzen?
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jehrhart, 12.04.2005
1. Appetit bewirkt mehr als Appelle
Horrorszenarien, Regulierungswahn, prohibitionsähnliche Zustände, Diskriminierung der Raucher - das führt zu nichts, wenn nicht gar zu Trotzreaktionen. Ich wage zu behaupten: Würde all die Kreativität und letztendlich all das Geld, das aufgewendet wird, um den Rauchern die schrecklichen Gefahren ihrer Sucht und das Asoziale ihres Tuns vor Augen zu führen, für das Gegenteil eingesetzt, für Kampagnen also, die den Gewinn an Lebensqualität durch Nichtrauchen begehrenswert machen - dann sähe die Welt ganz anders aus. Ein Sprichwort sagt: "Ein Mensch, der will, kann mehr, als zehn, die müssen." Andersrum, verehrte Gesundheitsapostel: Erst wenn es euch gelingt, mich aufs Nichtrauchen geil zu machen, habt ihr eine Chance bei mir. jehrhart (Raucher) Nachtrag: Noch nie hatte ich so viele spontane Plaudereien mit Wildfremden wie seit der Einführung der Raucherinseln an den Flughäfen. Na bitte.
DJ Doena 12.04.2005
2.
Theoretisch müsste sich doch die neue gehypte Feinstaubgefahr ein absolutes Rauchverbot (Prohibition) durchsetzen lassen. Die Leute, die dann illegal weiterrauchen sind mir egal, sie können es ja nicht mehr vor meiner Nase tun. So hätte dieses Feinstaub-Gespinst (nein nicht Gespenst) wenigstens etwas gutes
Thorsten Hopf, 12.04.2005
3.
---Zitat von jehrhart--- Andersrum, verehrte Gesundheitsapostel: Erst wenn es euch gelingt, mich aufs Nichtrauchen geil zu machen, habt ihr eine Chance bei mir. ---Zitatende--- Muss man ein Gesundheitsapostel sein, wenn man nicht in Rauchschwaden sitzen will? Niemand (naja, ich jedenfalls nicht ;)) will Raucher von ihrem Tun abbringen (auch wenn ich jedesmal Unverständnis verspüre, wenn ich Eltern mit kleinen Kindern und Zigarette sehe). Es ist aber mit der Freiwilligkeit (also dem, was man gemeinhin als "Rücksichtnahme" bezeichnet) der Raucher erfahrungsgemäß nicht so weit her. Also müssen eben andere Maßnahmen her...
Patricia Brandt, 12.04.2005
4.
Letzten Sonntag saß ich gemütlich in einem netten Lokal und verspeiste mein Jägerschnitzel, als so eine komische Tussi anfing, ihren blauen Dunst zu verteilen. Die störte es nicht im Geringsten ob ihr Freund/Mann aß (der saß gegenüber) oder ob die Leute am Nebentisch (wir) essen wollten. Nein es wurde fleißig weiter gequalmt ohne den Blick von der Zeitung zu nehmen, mit der sie dann auch munter weiter raschelte. Ich wollte mir den Sonntag nicht versauen, also verzichtete ich auf eine Diskussion und wartete bis sie fertig war (freilich hielt dieser Zustand nicht lange, die nächste folgte). Ich frage mich nur ernsthaft, wieso ich als "normaler" Mensch, einen Raucher bitten soll mit der Qualmerei aufzuhören, zumindest solange ich mich daneben aufhalte? Rauchen ist eine Sucht und kein "Normalzustand", solange das aber fein ignoriert wird, wird die Akzeptanz von Rauchern in der Öffentlichkeit immer gegeben sein. Ich finds nur beschämend für unsere Gesellschaft, dass man sich als Nichtraucher wie ein Verbrecher vorkommt wenn man einen Raucher bittet die Kippe auszumachen. Und das nur, weil Raucher nicht als das angesehen werden, was sie sind: Suchtkranke. Einem Junkie erlaubt man auch nicht, sich im Restaurant ne Spritze zu setzen.
Hans-Joachim Grüßner, 12.04.2005
5. Alle Raucher sind Suchtkranke ???
Moin auch, zum einen kann ich Sie verstehen, es gehört sich einfach nicht (und war schon immer unfein) zu rauchen während andere in unmittelbarer Nähe essen. Siehe auch das Standardwerk 'der' Pappritz aus den 50er Jahren. Zun anderen war es noch nie hilfreich, zu pauschalisieren. Ich rauche - wenn die Gelegenheit stimmt - mal gerne ein gute Zigarre oder eine Pfeife. Das summiert sich auf max 5 - 8 Zigarren pro Jahr (aber dann auch besonders gute!) Ich bin mit Sicherheit kein 'Junkie' und würde mich gegen eine solche Bezeichnung schärfstens wehren. Ich kann andererseits nicht verstehen, was man an Zigarretten finden kann. Schmecken tun sie jedenfalls nicht. Jedoch soll ja angeblich die Zigarrettenindustrie suchterzeugende Stoffe beimischen lassen. Na dann prost. Wenn die Raucher einfach mal 'was richtiges' rauchen würden, und das mit Genuß (wirklichem und nicht von der Werbung vorgegaukelten) und in Maßen, die Nichtraucher andererseits darauf verzichten würden, auf jeden Raucher einzureden, auch wenn er sie (unter freiem Himmel z.B.) nicht persönlich, physisch belästigt, dann wäre das ganze schon viel friedlicher... Gruß von der Ostsee Hanjo Grüßner
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