Gesunkenes U-Boot in Mumbai Taucher bergen erste Leichen

Zwei Tage nach der Explosion an Bord eines U-Boots im Hafen von Mumbai haben Taucher drei Leichen aus dem Wrack geborgen. Für die weiteren 15 vermissten indischen Seeleute gibt es kaum noch Hoffnung.

AFP/ Indian Ministry of Defence

Mumbai - Nach dem U-Boot-Unglück in Indien haben Marinetaucher drei Tote aus dem Wrack geborgen. "Es ist unwahrscheinlich, dass dort noch Überlebende der Mannschaft gefunden werden", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die drei Leichen seien so stark verbrannt, dass sie noch nicht hätten identifiziert werden können. Nun würden DNA-Proben entnommen.

Die voll bewaffnete "Sindhurakshak" war in der Nacht zum Mittwoch nach einer gewaltigen Explosion in Brand geraten und mit 18 Mann an Bord im Marinehafen von Mumbai gesunken. Der Grund für den Unfall ist weiter unklar. Marineoffiziere sagten jedoch, sie vermuteten, dass ein Kurzschluss oder Probleme beim Laden der Batterien zu einem Feuer geführt hätten. Bis das Ergebnis einer offiziellen Untersuchung vorliege, würden zwar mehrere Wochen vergehen, derzeit spreche aber alles für diese Variante.

Der Marinesprecher sagte, man werde weiter "jeden Zentimeter" des Wracks absuchen, bis alle Toten geborgen seien. Erschwert wird die Arbeit der Taucher dadurch, dass die Hitze der Explosionen einige Schotten und Durchgänge zusammengeschmolzen habe. In dem stark verschmutzten Wasser, das das Wrack geflutet hat, herrschen einer Pressemitteilung zufolge "totale Dunkelheit und null Sicht", selbst bei Benutzung von Hochleistungsscheinwerfern.

Seit dem Unglück hat es dem Sprecher zufolge keinerlei Kontakt mit den vermissten Seeleuten gegeben; nicht einmal ein Klopfen sei zu hören gewesen.

Bei der Explosion auf der "Sindhurakshak" handelte es sich um den schwersten Zwischenfall bei der indischen Marine seit 1971, als eine Fregatte von einem pakistanischen U-Boot versenkt wurde.

rls/AP/dpa



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