Gewerkschaft der Polizei: Bernhard Witthaut zum neuen GdP-Chef gewählt

Die Gewerkschaft der Polizei hat einen neuen Chef: Der niedersächsische Polizeihauptkommissar Bernhard Witthaut ist auf dem Bundeskongress in Berlin zum Nachfolger des bisherigen GdP-Vorsitzenden Konrad Freiberg gewählt worden.

Der scheidende und der neue Vorsitzende der GdP: Konrad Freiberg (l.) und Bernhard Witthaut Zur Großansicht
dapd

Der scheidende und der neue Vorsitzende der GdP: Konrad Freiberg (l.) und Bernhard Witthaut

Berlin - Etwa 250 Delegierte des Bundeskongresses in Berlin wählten Witthaut am Montag mit 96 Prozent der Stimmen ins Amt. Er war als einziger Kandidat angetreten und folgt auf Konrad Freiberg, der nach zehn Jahren als GdP-Chef in den Ruhestand geht. Seit 1998 war der Hauptkommissar bereits stellvertretender Vorsitzender der GdP.

"Ich möchte mit euch gemeinsam unsere Polizei nach vorne bringen", sagte Witthaut kurz vor der Wahl. Als Themenschwerpunkte der Zukunft nannte er Gewalt gegen Polizisten, die hohe Einsatzbelastung der Beamten sowie die oft schwierige Rolle der Polizei an der Nahtstelle zwischen Bürgern und Politik.

Mit rund 170.000 Mitgliedern ist die GdP die größte Gewerkschaft der Polizisten in Deutschland. Der scheidende Vorsitzende Freiberg hatte anlässlich der aktuellen Sicherheitsdiskussion kritisiert, dass in den vergangenen zehn Jahren bei der Polizei der Länder 10.000 Stellen gestrichen worden seien und 9000 weitere Stellenkürzungen bereits geplant seien.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wies Kritik am Personalbestand bei der Bundespolizei zurück: "Wir haben in den letzten Jahren sowohl beim BKA als auch bei der Bundespolizei Stellen aufgebaut, nicht abgebaut." Der Bund habe seine Hausaufgaben gemacht, für die Länder könne er nicht sprechen.

Freiberg sagte am Montag in seiner letzten Rede als GdP-Vorsitzender, angesichts der Terrorgefahr solle die Politik ausreichend über den Sachverhalt informieren, "damit man die Ernsthaftigkeit gemeinsam sehen kann, um gemeinsam mit allen Verantwortlichen mit dieser schwierigen Situation umgehen zu können".

Er appellierte an die Delegierten: "Wenn wir zusammenhalten, sind wir unschlagbar. Freiberg warnte davor, gesellschaftliche Konflikte wie um Stuttgart 21 oder Atomtransporte auf dem Rücken der Polizisten auszutragen. "Die Polizei kann keine gesellschaftlichen Konflikte lösen. Das kann nur schiefgehen, wenn wir in diese Rolle hineingedrängt werden", sagte Freiberg.

ala/dpa/dapd

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