Nach Schlachtung von Giraffe Marius Kopenhagener Zoo tötet vier Löwen

Die Nachricht dürfte das Blut von Tierfreunden erneut in Wallung bringen: Der Kopenhagener Zoo - bereits in der Kritik wegen der Schlachtung von Giraffe Marius - hat erneut vier Tiere getötet. Dieses Mal sind die Opfer zwei Zuchtlöwen und ihre erst zehn Monate alten Jungen.

AFP/ Scanpix Denmark

Kopenhagen - Dem Kopenhagener Zoo droht neues Ungemach. Nach der hochumstrittenen Schlachtung von Giraffe Marius hat der Park erneut Tiere getötet. Vier Löwen mussten am Montag sterben, um Platz für eine neue Generation zu machen, teilte der Zoo mit. "Der Generationswechsel war schon lange geplant, weil die beiden Zuchtlöwen des Zoos sehr alt waren."

Das 16 Jahre alte Löwenmännchen und seine 14-jährige Partnerin wurden zuerst betäubt und dann mit einer Spritze getötet. Auf dieselbe Weise wurde mit ihren beiden Jungen verfahren, die dem Zoo zufolge allein nicht zurechtgekommen wären. Sie waren zehn Monate alt.

Manch einer mag von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen. Auch Giraffe Marius war trotz bester Gesundheit getötet worden, weil eine mögliche Inzestgefahr sowie Platzmangel bestanden und der Zoodirektor den Genpool der Tiere intakt halten wollte. Giraffe Marius war dann nach seiner öffentlichen Zerlegung an die Löwen verfüttert worden.

Marius' Tod hatte eine öffentliche Hysterie ausgelöst. Eine Online-Petition hatte die Schließung des Zoos gefordert, der Leiter des Tierparks hatte Morddrohungen erhalten. Leitartikel auf der ganzen Welt hatten das Vorgehen in Frage gestellt.

"Was wir machen, ist wissenschaftlich begründbar"

Der Zoo selbst hatte sich gerechtfertigt, dass die Tötung der Forschung und dem Erhalt der Artenvielfalt diene - und es schlicht keinen Platz gebe. Auch deutsche Zoodirektoren hatten bestätigt, dass es nicht etwa ungewöhnlich sei, ein Tier zu schlachten und weiterzuverfüttern.

Ähnlich argumentierte der Tierpark auch in diesem Fall. "Wir versuchen immer unser Bestes, ein neues Zuhause für unsere Tiere zu finden", sagte Zoo-Verwaltungsdirektor Steffen Stræde. "Leider gab es niemanden, der sie nehmen konnte." Er wies jede Kritik zurück. "Es ist eine unserer Hauptaufgaben als Zoo, offen und ehrlich darüber Auskunft zu geben, was wir tun", so Stræde. Auch im Fall Marius habe der Zoo sein Bestes getan zu erklären, wieso die Giraffe getötet wurde. "Was wir machen, ist wissenschaftlich begründbar."

So habe bei dem alten Löwen die Gefahr bestanden, dass er sich mit seinen beiden Töchtern paare, die auch im Zoo leben. Das soll nun ein junges Männchen übernehmen, das schon in den Tierpark eingezogen ist.

Weil Löwen eher selten auf dem Speiseplan der Zootiere stehen, wird ihr Fleisch auch nicht verfüttert. Ein Teil der Kadaver werde zu Forschungszwecken genutzt, sagte Stræde. Und der Rest entsorgt.

gam/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 183 Beiträge
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Seite 1
Minette 25.03.2014
1. Klingt grausam
ist aber ueblich. So ist das Leben bei Tieren. Ich hoffe nur, dass die Jung - und Alttiere nicht wieder oeffentlich geschlachtet werden. Das war mehr als dumm vom Kopenhagener Zoo. Die Verfuetterung an andere Raubtiere ist ja auch in der Natur so!!
OlafKoeln 25.03.2014
2. optional
... die Tötung der jungen Löwen ist unerhört und durch nichts zu rechtfertigen! Die Elterntiere hätten sicher noch ein Jahr die Jungen betreuen können. Unverantwortlich!
BruceWayne 25.03.2014
3.
Also ich weiß nicht so recht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass in diesem Zoo sehr schnell der einfache Weg gegangen wird, ganz aus Bequemlichkeit. Es ist halt doch ein Aufwand so ein Tier woanders unter zu bekommen... Es ist natürlich kein Aufwand so ein Tier erstmal aus der Natur nach Kopenhagen zu verfrachten... versteht sich.
cindy2009 25.03.2014
4.
Sterilisation war keine option? Mir ist schon klar, dass die nachkommen des neuen und alten erzeugers je nachdem von dem nichterzeuger getotet werden konnten. Aber das steht in der argumentation nicht drin....
kobl 25.03.2014
5. Und Kalkilja
Ich habe Zweifel, ob auch im Zoo von Kalkilja gefragt wurde, der ein dringendes Bedürfnis nach gesunden, zuchtfähigen Löwen hat (s. http://www.zeit.de/2014/12/palaestina-kalkilja-zoo)
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