Problemstorch in Brandenburg Ronny nervt wieder

Autos wurden umgeparkt, Fenster und Türen blieben geschlossen: Monatelang tyrannisierte ein Storch das brandenburgische Glambeck. Nun ist Ronny offenbar zurück - und die Ortsvorsteherin wenig entzückt.

Ein Storch am 29.04.2017 vor einer Terrassentür in Glambeck
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Ein Storch am 29.04.2017 vor einer Terrassentür in Glambeck


Nicht der schon wieder: Das Dorf Glambeck im Norden Brandenburgs muss sich offensichtlich auf neue Attacken auf Autodächer und Fensterscheiben einstellen. Storch Ronny, der im vergangenen Jahr mit hinterhältigen Schnabelattacken bundesweit Schlagzeilen machte, lebt nach Angaben von Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase seit Kurzem wieder im Ort.

"Er hat sich nicht verändert", sagte die Lokalpolitikerin. Sie habe den Storch in diesem Frühling bereits im heimischen Garten gesichtet. Ronny hatte im vergangenen Jahr monatelang das Dorf tyrannisiert, der rabiate Vogel und das Dorf wurden deutschlandweit bekannt. Naturschützer vermuteten damals übertriebenes Balzverhalten als Ursache für das aggressive Verhalten des Tiers.

"Wir haben uns mit ihm arrangiert"

Vor knapp einem Jahr war Ronny in Glambeck gelandet und tyrannisierte seitdem die Bewohner mit seiner Selbstbezogenheit. Wann immer er sein Spiegelbild sah, hackte er darauf ein - vor allem auf dunkle Autodächer und Fensterscheiben. Die Einwohner kapitulierten schnell: "Die Autos stehen eben nicht mehr draußen", sagte Peltzer-Blase im Herbst. Fenster und Glastüren blieben im Zweifel geschlossen.

Bewohner wussten sich nicht anders zu helfen, als Bettlaken vor die Fenster zu hängen. Im vergangenen September hatte Ronny vorerst das Weite gesucht, wie Ortsvorsteherin Peltzer-Blase damals berichtete. Der Storch habe sich noch einmal umgeschaut und sei dann verschwunden, sagte sie.

Die Glambecker schauten dem Vogel damals mit gemischten Gefühlen nach. "Zum Schluss haben wir uns mit ihm arrangiert", sagte Peltzer-Blase. In den ersten Tagen habe sie den Vogel fast vermisst. Mehr Trubel als der Storch hätten die Scharen von Fernsehteams gemacht, die einen Blick auf Ronny erhaschen wollten. "Wir sind froh, wenn jetzt endlich Ruhe herrscht."

Mit der Ruhe ist es nun erst mal wieder vorbei.

mxw/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
kahabe 29.04.2017
1. Sch... Natur!
Kommt er doch tatsächlich wieder! Wenn er wenigstens ein "von" wäre...
syracusa 29.04.2017
2. ich hab' 'ne Meise
Ich hab' 'ne Meise im Garten, die sieht in ihrem Spiegelbild in den Außenspiegeln meines Autos ebenfalls einen Widersacher, den sie mit viel Gezeter, aggressivem Anfliegen, und viel, viel Kot bisher erfolglos bekämpft. Ich muss allerdings alle zwei Tage Spiegel und Autotüren reinigen.
shooop 29.04.2017
3. So kennt man den Brandenburger Dorf-Ronny
Hat Probleme sich in Gruppen angemessen zu verhalten, ist aggressiv, hat Defizite in der Intelligenz und bekommt deshalb immer wieder mal bundesweit Aufmerksamkeit.
tomhueskens 29.04.2017
4. Was soll der Unsinn?
Weltweit werden jährlich Hunderttausende an Vögeln erlegt, gegessen, einfach nur abgeknallt oder in Netzen zugrunde gehen lassen. Kein Hahn (sic) kräht danach. Wieso ist dieses eine Tier ein Problem? Auch andere Tiere werden erlegt, wenn sie beginnen ein Problem darzustellen (Wölfe, Bären, Waschbären, usw.) Weg mit ihm und basta. Alles andere ist verlogener Unsinn.
Bananenschale 29.04.2017
5. Sie haben so Recht!
Zitat von tomhueskensWeltweit werden jährlich Hunderttausende an Vögeln erlegt, gegessen, einfach nur abgeknallt oder in Netzen zugrunde gehen lassen. Kein Hahn (sic) kräht danach. Wieso ist dieses eine Tier ein Problem? Auch andere Tiere werden erlegt, wenn sie beginnen ein Problem darzustellen (Wölfe, Bären, Waschbären, usw.) Weg mit ihm und basta. Alles andere ist verlogener Unsinn.
Ich würde dem Tier gerne stundenlang zuschauen. Schade, es ist / scheint auf seine Weise sehr schön / zu sein. Alles flieht; nur du bist. Seine "Unvollkommenheit" ist seine Vollkommenheit.
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