Gold und Diamanten Forscher entdecken Milliarden-Schatz in indischem Tempel

Die Reichtümer sollen 7,7 Milliarden Euro wert sein: Wissenschaftler sind in den Kellerkammern eines indischen Hindu-Tempels auf einen riesigen Schatz gestoßen. Erst seit kurzem gehört die Kultstätte dem Staat - weil die früheren Besitzer, eine Königsfamilie, kein Geld mehr für die Pflege hatten.

Sri-Padmanabhaswamy-Tempel im südindischen Kerala: Sechs Meter lange Halskette
DPA

Sri-Padmanabhaswamy-Tempel im südindischen Kerala: Sechs Meter lange Halskette


Neu-Delhi - Mehr als 130 Jahre blieben die Kammern verschlossen - und bargen unglaubliche Kostbarkeiten: Diamanten, Rubine, Smaragde, Gold und Silber. Forscher sind in unterirdischen Räumen eines südindischen Tempels auf einen Schatz gestoßen, dessen Wert in die Milliarden geht. Die Hindu-Kultstätte Sri Padmanabhaswamy ist wegen ihrer aufwendigen Skulpturen berühmt und liegt in Thiruvananthapuram, der Hauptstadt des südindischen Unionsstaates Kerala.

Bislang gehörte der Tempel samt seiner unterirdischen Kammern den Nachfahren der Königsfamilie Travancore, die die Anlage im 16. Jahrhundert erbaut hatte. Doch die bisherigen Eigentümer hatten nicht mehr genug Geld, um für die erforderliche Sicherheit des Tempels zu sorgen. Gegen den Widerstand der Nachfahren ordnete das Oberste Gericht in Neu-Delhi daher vor kurzem die Übernahme der Kultstätte durch den Staat Kerala an.

Ein Tempelbeamter sagte, der Schatz enthalte seltene und wertvolle Steine. Eine der entdeckten Halsketten soll rund sechs Meter lang sein. Nach einem Bericht der Zeitung "Hindustan Times" wurden 536 Kilogramm Goldmünzen aus dem 18. Jahrhundert, diamantbesetzte Teller, Rubine, Smaragde und anderes gefunden. Nach Angaben eines hohen Regierungsbeamten von Kerala wird der Wert auf 500 Milliarden Rupien, das sind umgerechnet 7,7 Milliarden Euro, geschätzt. Die Schätze sind Opfergaben von Gläubigen.

Der dem Gott Vishnu geweihte Tempel hat sechs unterirdische Kammern. Zwei von ihnen werden täglich geöffnet, zwei andere zweimal im Jahr. Die beiden letzten Kammern seien laut dem Tempelbeamten am Donnerstag und Freitag zum ersten Mal wieder untersucht worden. Die Räume wurden von sieben Mitgliedern eines Gremiums inspiziert, die vom Gericht dazu ernannt wurden.

Allerdings seien laut dem Regierungsbeamten alle bisherigen Schätzungen rein spekulativ. Genaueres lasse sich erst nach einer eingehenden Untersuchung durch Archäologen sagen, deren Ergebnis dem Obersten Gericht übermittelt werde. Vorsichtshalber hat die Polizei in dem Bauwerk umgehend Überwachungskameras und Alarmanlagen angebracht.

fdi/dpa/AFP



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