Goldener Herbstbeginn Dauerhoch lässt Europa schwitzen

Anhaltendes Hochdruckwetter mit strahlender Sonne beschert Europa derzeit traumhafte Temperaturen. Schuld daran ist eine seltene Konstellation am Himmel - die Omega-Lage. Leider prophezeien Meteorologen das baldige Ende des Vergnügens: Drei Tage Sonne noch, dann kommen die Herbststürme.

AFP

Berlin - Es gibt zwei Arten über das Traumwetter zu sprechen, das derzeit weite Teile von Deutschland erfreut. Die meisten Menschen werden voller Verzauberung Worte wie Sonnencreme, Wassertreter oder Biergarten hauchen. Worte, die sie - und wir alle - nach dem desolaten Regensommer schon beinahe vergessen hatten. Johanna Anger und ihre Kollegen dürften sich dagegen anders ausdrücken, technischer. Denn Meteorologen wie ihr fällt angesichts des goldenen Herbstwetters vor allem ein Wort ein: Omega-Lage.

Das ist nämlich der Grund dafür, dass sich Deutschland seit Tagen - und im Idealfall auch noch für ein paar Tage - über großartiges Wetter freuen kann. Die dafür verantwortliche Wetterlage kommt dadurch zustande, dass warme Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland strömt. Die noch immer recht kräftige Sonne heizt sie auf. Das zentrale Hoch wird dabei gewissermaßen durch zwei flankierende Tiefs eingekeilt. Eines sitzt davon gerade über dem mittleren Atlantik, das andere über Russland.

Die entstehende atmosphärische Struktur gilt als sehr langlebig und kann mehrere Wochen überdauern. Von oben gesehen dreht sich das zentrale Hoch nämlich im Uhrzeigersinn, die Tiefdruckgebiete an beiden Seiten rotieren dagegen in umgekehrter Richtung. Und wenn man die Grenzen der Druckgebiete einzeichnet, ergibt sich - mit etwas Phantasie - der griechische Buchstabe Omega - daher der Name.

"Auch wenn wir uns an das schöne und warme Spätsommerwetter gewöhnen könnten, irgendwann muss auch ein langlebiges Hoch einmal weichen", sagt Meteorologin Anger, die beim Deutschen Wetterdienst arbeitet. Doch bis der Omega-Lage die Kraft ausgeht, kann man sich in Deutschland und weiten Teilen Europas noch an blauem Himmel, Sonne und Temperaturen von mehr als 25 Grad erfreuen.

Erste Wolken ab Dienstag im Norden

In Deutschland wurden noch keine Temperaturrekorde geknackt, wohl aber in England und Frankreich: In Paris wurden am Samstag 28,8 Grad Celsius gemessen, 0,4 Grad mehr als der letzte Rekord vom Oktober 1921. Selbst in Ploumanac'h an der normalerweise eher kühlen Nordküste der Bretagne wurden 32 Grad registriert.

Südlich der Schwäbischen Alb, rund um den Bodensee und in Teilen der Schweiz würden sich die Menschen auch über solche Werte freuen. Doch sie sind derzeit weit davon entfernt. Das liegt daran, dass sich feuchte Luft in einem Trichter staut, der von den Alpen und dem Jura gebildet wird. Die Sonne kann den zähen Hochnebel nicht auflösen, und es wird oft nicht wärmer als 15 Grad.

An niedrigere Temperaturen werden sich freilich auch die sonnenverwöhnten Menschen im Rest Deutschlands und teilweise auch Europas ab Mitte der Woche gewöhnen müssen. Im Norden kündigt sich der Wetterwechsel ab Dienstag mit ersten Wolken und frischeren Temperaturen an. Ab Mittwoch zeigt sich dann auch in der Mitte Deutschlands die Sonne seltener - und ab Donnerstag kommt der Herbst mit Regen und Sturm in alle Landesteile.

Schuld daran ist eine starke Westwindzone auf dem Nordatlantik. Die Meteorologen können ihr quasi schon dabei zusehen, wie sie sich aufbaut. Sie wird dann das Hoch nach Süden abdrängen, das uns derzeit so traumhafte Temperaturen beschert. An seine Stelle tritt dann das Tief, das derzeit noch auf dem Nordatlantik liegt. Doch bis es uns erreicht, lassen sich am langen Wochenende durchaus noch einige Sonnenstunden genießen.

chs/dpa/AFP



insgesamt 68 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
eugencluster 02.10.2011
1. Wieso leider bald vorbei?
Was soll dieser einseitige Artikel? Diese Hitze ist doch grauenhaft. Ich bin froh, wenn endlich der Herbst kommt und die Sonne endlich hinter den Wolken verschwindet.Und das mindestens bis zum Rest des Jahres.
Easyrider1958, 02.10.2011
2. Sehr eingeschränkte Zustimmung...
Zitat von sysopAnhaltendes Hochdruckwetter mit strahlender Sonne beschert Europa derzeit traumhafte Temperaturen. Schuld daran ist eine seltene Konstellation am Himmel -*die Omega-Lage. Leider prophezeien Meteorologen das baldige Ende des Vergnügens: Drei Tage Sonne noch, dann kommen die Herbststürme. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,789588,00.html
da abertausende von Kranken, Alten- und plfegebedürftigen und bettlägerigen Menschen annähernd 30 Grad im Herbst als Belastung empfinden, zumal unser Organismus auf andere Temperaturen eingestellt ist. Ich als Hautkranker und Allergiker freue mich auch nicht. Auch mal Andersdenkende zu Wort kommen lassen...und anders empfindende Menschen. Das nervt auch beim Wetter...ich hab das Gefühl...Wetter gibts nur noch zum Sonnenbaden..oder hat Wetter auch andere Funktionen..für die Natur..Tiere und Pflanzen..es gibt Regionen da sehnt man sich nach Regen...Mir war einfach mal danach..so und nun geniesst das schöne Wetter...Randolf
Listerholm 02.10.2011
3. Schönes Wetter
Zitat von sysopAnhaltendes Hochdruckwetter mit strahlender Sonne beschert Europa derzeit traumhafte Temperaturen. Schuld daran ist eine seltene Konstellation am Himmel -*die Omega-Lage. Leider prophezeien Meteorologen das baldige Ende des Vergnügens: Drei Tage Sonne noch, dann kommen die Herbststürme. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,789588,00.html
ist sowieso ein ästhetisierender Begriff. Also ich hatte gedacht, ich könne Mitte Oktober das Rasenmähen abgeschlossen haben. So, wie es aussieht, werde ich noch zweimal ran müssen. Das ist kein Spaß, obwohl es mir Spaß macht. Der Widerspruch sei geschenkt. Aber es fehlt an Wasser. Die Temperaturen sind für die Zeit unnormal und auf lange Zeiträume nur dem homo erectus zuträglich ;-) Nö, ich meine, es ist gut, wenn endlich der Herbst kommt. Dann zieht gute Normalität ein. Und ich singe mit Rilke: "Herr, der Sommer war sehr groß..." usw. Ich liebe alle Jahreszeiten, wenn sie nach Kalender erscheinen. Am liebsten aber das Frühjahr. Ich fürchte mich vor dem Winter. L.
alaxa 02.10.2011
4. Was soll man
Was soll man zu dem Artikel schreiben. Mir fällt nichts ein außer dass Dauerhochs ganz schön auf die Knochen gehen können. Trotz kurzen Googlens konnte ich den Namen des Dauerhochs nicht ermittel. Egal, mit V beginnt er sicher nicht obwohl mir im Nachhinein schon ein passender Name einfallen würde.
Easyrider1958, 02.10.2011
5. Für die Dieter Bohlen Fraktion beim Spiegel...
Zitat von sysopAnhaltendes Hochdruckwetter mit strahlender Sonne beschert Europa derzeit traumhafte Temperaturen. Schuld daran ist eine seltene Konstellation am Himmel -*die Omega-Lage. Leider prophezeien Meteorologen das baldige Ende des Vergnügens: Drei Tage Sonne noch, dann kommen die Herbststürme. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,789588,00.html
das ist auch Wetter: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,789575,00.html Und hängt unter anderem damit zusammen, dass wir hier im Herbst 30 Grad haben und im Winter Temperaturen wie im Frühling..nennt sich Klimaerwärmung....ach wie toll das wir bei 30 Grad schwitzen dürfen....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.