Acht-Meter-Wellen Wirbelsturm "Sorbas" fegt über griechische Inseln

Sie nennen ihn "Medicane": Griechenland hat wegen eines Sturms den Alarmzustand ausgerufen. Athen bereitet sich auf das Unwetter vor, Küste und Inseln erwarten bis zu acht Meter hohe Wellen.

Unwetter in der Ägais (am 27. September 2018)
DPA

Unwetter in der Ägais (am 27. September 2018)


Der Mittelmeer-Hurrikan "Sorbas" hat am Samstagmorgen den Südwesten der griechischen Halbinsel Peloponnes erreicht. Betroffen war zunächst die Region der kleinen Hafenstädte Pylos und Methoni im äußersten Südwesten der Halbinsel. Vielerorts fiel dort der Strom aus. Die Küstenwache untersagte am Samstagmorgen alle Fährverbindungen aus Piräus zu den Kykladen wie Mykonos und Santorini und zu den Inseln der Dodekanes, darunter Rhodos und Kos.

Augenzeugen berichteten von starkem Wellengang und Winden der Stärke neun bis zehn im Raum Pylos-Methoni. Gegen Mittag soll der Wirbelsturm die südlichen Inseln Kythira und Peloponnes treffen und dann über Athen und Umgebung in Richtung Nordosten des Landes weiterziehen. Für diese Regionen sei bei einem Krisentreffen am Freitagabend der "Alarmzustand" ausgerufen worden, teilte der Generalsekretär der Zivilschutzbehörde Ioannis Tafillis mit.

Wellen bis acht Meter Höhe

Er rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen. Sie sollen demnach unnötige Reisen verschieben, auf herabfallende Gegenstände achten und sich nicht in Küstennähe aufhalten. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Touristen und Anwohner wurden aufgerufen, nicht auf die Straßen zu gehen, wenn es nicht absolut notwendig sei.

Ein Medicane ist ein Sturmtief, das sich gegen Ende des Sommers im Mittelmeerraum bilden kann, wenn das Wasser dort noch hohe Temperaturen aufweist. Begleitet wird ein Medicane von heftigem Wind und Niederschlägen. Für gewöhnlich tritt solch ein Unwetter selten auf, durch den Klimawandel könnte die Häufigkeit laut Experten jedoch zunehmen.

Mehr Hintergrund zum Thema: Was ist ein Medicane?

"Sorbas" soll laut Zivilschutzbehörde Wellen in Höhe von sieben bis acht Metern mit sich bringen, bei einer Windgeschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Für Samstag wurde deshalb der Schiffsverkehr zu den griechischen Inseln unterbrochen. Dies war bereits am Mittwoch und am Donnerstag der Fall.

Nach mehreren tödlichen Naturkatastrophen stehen die griechischen Behörden unter Druck. Durch eine Schlammlawine nach heftigen Regenfällen waren im November 2017 unweit von Athen 21 Menschen getötet worden. Im Juli kamen bei Waldbränden 99 Menschen ums Leben. Damals wurde der Regierung vorgeworfen, bei der Warnung der Bevölkerung und der Evakuierung betroffener Gebiete versagt zu haben.

beb/dpa/AFP



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