Hirsch-Konkurrenz Grizzly greift Jäger an

Im US-Bundesstaat Montana hat ein Grizzly einen Jäger schwer verletzt. Der 57-Jährige trug eine 41 Zentimeter lange Kopfwunde davon - er hegt aber keinen Groll gegen das Tier.

Grizzly im Yellowstone National Park
REUTERS

Grizzly im Yellowstone National Park


Tom Sommer war mit einem Bekannten auf der Jagd nach Hirschen, als er in Gravelly Range, nördlich der Grenze zum US-Bundesstaat Idaho, auf einen Bären stieß, der sich gerade an einem Hirschkadaver zu schaffen machte. Innerhalb weniger Sekunden habe der Grizzly die etwa neun Meter Entfernung überwunden und sich auf ihn gestürzt, berichtete Sommer. "Er biss in meine Hüfte, rammte seine Krallen in mein Handgelenk und ging dann zum Kopf über."

Der 57-Jährige zog noch seine Waffe und richtete sie auf den Nacken des Angreifers - aber der Bär schlug ihm die Pistole aus der Hand. "Ich habe gehört, wie meine Knochen gebrochen sind", erinnert sich Sommer. Allein am Kopf trug er eine 41 Zentimeter lange Wunde davon, die mit 90 Stichen genäht werden musste.

Überleben konnte der Jäger, weil sein Bekannter ein sogenanntes Bärenspray einsetzte. "Es endete von jetzt auf gleich. Der Bär hörte auf mich zu beißen und rannte davon", so Sommer.

"Es hätte sehr viel schlimmer kommen können", meint der Jäger im Rückblick. Sein Bekannter habe die Blutung mit einem Gerinnungsmittel gestillt und ihn verbunden. Dann seien sie zu Fuß eine Meile zu ihrem Zelt gegangen und danach mit Mauleseln rund sechs Kilometer ins Basislager geritten. Zwei weitere Autostunden entfernt sei er dann im Krankenhaus von Ennis behandelt worden.

"Neben ein paar Narben werde ich wohl keine weiteren Probleme haben", so Sommer. "Ich bin schon mein ganzes Leben lang Jäger. Ich werfe dem Bären nichts vor. Er hat getan, was Bären eben tun."

ala/AP

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