Tasiilaq - Tod im Eissturm: Das britische Außenministerium hat bestätigt, dass ein britischer Abenteurer auf dem grönländischen Inlandeis ums Leben gekommen ist. Philip Goodeve-Docker geriet bereits am Freitag zusammen mit seinen beiden Begleitern in einen heftigen arktischen Sturm auf der Ostseite des Eispanzers, wie Poul Petersen mitteilte, ein Sprecher der grönländischen Polizei.
Wegen der Wetterbedingungen konnte ein Rettungshubschrauber erst am nächsten Tag landen. Der 30-jährige Docker war zu dem Zeitpunkt bereits tot, seine beiden Mitstreiter wurden mit Erfrierungen in ein Krankenhaus im Örtchen Tasiilaq gebracht. Anschließend flogen sie über Island zurück in ihre Heimat, wo sie weiter ärztlich behandelt wurden.
Docker wollte mit seiner Expedition Geld für einen wohltätigen Zweck sammeln. Eine große Zahl Spenden ging nach dem Bekanntwerden seines Todes auf der Webseite von justgiving.com ein. Als Inspiration für die 600-Kilometer-Tour nannte er seinen Großvater, der für die Königlich-geografische Gesellschaft arbeitete und vor zwei Jahren gestorben war. Docker bezeichnete die Inlandeis-Durchquerung als "eine der großen polaren Herausforderungen" und listete dann die Gefahren auf: "Eisbären, bis zu 500 Meter tiefe Spalten, polare Stürme, Temperaturen von fünf Grad bis minus 50 Grad plus der Horror von drei Männern mit einem Zelt, die sich nicht waschen."
sto/AP/Reuters
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH