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Großbritannien: Holocaust aus dem Lehrplan gestrichen

Aus Angst, Muslime in ihrem Glauben zu beleidigen, haben britische Geschichtslehrer den Holocaust aus ihrem Unterricht verbannt. Einer Regierungsstudie zufolge vermeiden die Lehrer das Thema, um bei Muslimen keine antisemitischen Reaktionen hervorzurufen.

London - Die Studie der britischen Regierung ergab, dass einige Geschichtslehrer sehr zögerlich an das Thema Holocaust herangingen, da sie befürchten, anti-semitische Stimmungen und Holocaust-Leugnungen bei muslimischen Schülern als Reaktionen hervorzurufen.

Wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtet, hätten einige Lehrer sogar Angst davor, eine Diskussion zur Leugnung des Holocausts und anti-israelischer Parolen mit Muslimen zu führen. Aus diesem Grund würden sie dem Thema geschickt ausweichen. "In einigen Situationen scheuen die Geschichtslehrer davor zurück, stark umstrittene oder aufgeladene Geschichtsthemen anzusprechen", heißt es in der Studie.

Das Ergebnis der Untersuchung zog in England bereits zahlreiche Beschwerden nach sich. Kritiker sagen, dass der Geschichtsunterricht so zu einem Vehikel werde, um politische Korrektheit zu fördern. "Das darf nicht sein. Kinder sollten Zugang zu dem Wissen über solche kontroversen Themen haben, egal, ob es wohlschmeckend ist, oder nicht", sagte Chris McGovern, Berater für Geschichtserziehung der ehemaligen Tory-Regierung.

Neben dem Holocaust-Thema würden die Lehrer auch ungern über die Kreuzzüge des 11. Jahrhunderts unterrichten, da der Lernstoff dem widersprechen könnte, was in einigen Moscheen gelehrt wird. Bei den Kreuzzügen kämpften Christen gegen Muslime um die Eroberung Jerusalems.

Die Studie untersuchte den Geschichtsunterricht sowohl an Grundschulen wie auch an weiterführenden Schulen in Großbritannien.

jus

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