26 Verletzte Zug prallt gegen Lastwagen auf Bahnübergang

Der Lastwagen fuhr bei Stau auf den Bahnübergang, der Zug konnte trotz Notbremsung nicht mehr stoppen: In Großen-Buseck in Hessen wurden mindestens 26 Menschen verletzt, als ein Zug auf einen stehenden Lastwagen prallte.


Großen-Buseck/Düsseldorf - Ein Zug ist auf einem Bahnübergang in Hessen gegen einen Lastwagen gefahren. 26 Menschen wurden bei dem Unfall in Großen-Buseck bei Gießen am Dienstagnachmittag verletzt, das berichteten Bundespolizei und Polizei. Der Fahrer des Lastwagens und 24 der rund 140 Reisenden erlitten leichte Verletzungen. In dem Zug saß auch eine Schulklasse.

Der Lastwagenfahrer konnte ersten Ermittlungen zufolge auf dem Bahnübergang nicht weiterfahren, weil sich der Verkehr vor und hinter ihm staute - zugleich gingen die Schranken des Bahnübergangs nach unten. Der Lokführer des einfahrenden Zuges der Hessischen Landesbahn leitete sofort eine Notbremsung ein, den Zusammenstoß konnte er aber nicht mehr verhindern. Durch den Aufprall wurde der Lastwagenauflieger beschädigt und zur Seite gegen ein kleines Technikgebäude geschleudert.

Der Lastwagenfahrer wurde leicht verletzt aus seinem Fahrzeug geborgen und in ein Krankenhaus gebracht. Die Sperrungen der eingleisigen Strecke Gießen-Alsfeld sowie der Straße wurden nach rund drei Stunden wieder aufgehoben. Die Reisenden wurden aus dem Zug geholt und konnten mit einem Ersatzfahrzeug weiterfahren. Die Bundespolizei schätzte den Sachschaden auf mehrere hunderttausend Euro.

Während der Sicherung der Unfallstelle ereignete sich ein weiterer Unfall: Ein Feuerwehrmann wurde von einem anderen Lastwagen angefahren und mit schwereren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Waggon mit 50 Tonnen Propylen entgleist

Auch in Düsseldorf geschah am Dienstagabend ein Bahnunfall: Ein mit brennbarem Gas beladener Eisenbahnwagen ist im Norden der Stadt aus unbekannter Ursache entgleist und umgestürzt. Von dem Inhalt des Kesselwaggons - 50 Tonnen Propylen - trat nach Angaben der Feuerwehr nichts aus, es kam auch niemand zu Schaden. Aus Sicherheitsgründen wurden die neben der Unfallstelle verlaufenden Fernbahngleise jedoch gesperrt. Auf einer der wichtigsten Verbindungen zwischen Rheinland und Ruhrgebiet ging bis in den Abend hinein nichts mehr.

Die Feuerwehr beriet sich mit Experten eines Chemiebetriebs und der Bahn. Bis zum Abend war noch nicht entschieden, wie und wann der umgestürzte Waggon wieder aufs Gleis gehoben wird und ob zuvor das Gas umgepumpt werden muss. Wenn Propylen austritt, sinkt es zu Boden. An der Luft entsteht dann nach Darstellung der Feuerwehr eine hohe Brand- und Explosionsgefahr.

mia/dpa



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