Grubenunglück in der Ukraine Parlamentspräsident in Kiew korrigiert Opferzahl nach unten

Verwirrung um die Zahl der Opfer nach einer Methangas-Explosion in einem Bergwerk nahe Donezk: Am Abend ging man von mindestens zehn Toten und mehreren Verletzten aus. Zuvor war die Rede von 32 Opfern gewesen.


Kiew - Nach der Explosion in einer Kohlegrube im Krisengebiet Donbass hat der ukrainische Parlamentspräsident Wladimir Groisman seine Angaben zur Opferzahlen nach unten korrigiert. "Das Schicksal von 32 Bergarbeitern ist ungewiss. Bislang gibt es einen Toten", sagte Groisman in Kiew. Zuvor hatte er von 32 Toten in der Kohlegrube Sasjadko bei Donezk gesprochen.

In den darauffolgenden Stunden wurde die die Zahl der Opfer jedoch wieder nach oben korrigiert. Bis zum Abend seien die Leichen von zehn Bergleuten geortet worden, das Schicksal der 23 Vermissten sei unbekannt, teilte die Kiew-treue Regionalverwaltung mit. Die örtlichen prorussischen Behörden sprachen am Abend bereits von 17 Toten, die geborgen worden seien. Die Informationslage vor Ort ist wegen des Krieges zwischen Regierungstruppen und Aufständischen schwierig.

Eine Kommission untersuche den Vorfall in der Kohlegrube Sasjadko bei Donezk, teilte die Gebietsverwaltung von Donezk mit. Die Stadt wird von prorussischen Separatisten kontrolliert. "Bis jetzt kann ich nur sagen, dass sich 32 Menschen unter Tage befinden. Bis die Rettungskräfte zu ihnen vordringen, ist es unethisch zu sagen, dass diese Menschen ums Leben gekommen sind", erläuterte Iwan Prichodko von den Rebellen.

Die Verwaltung der Kohlegrube Sasjadko bei Donezk bestätigte zwar, dass es eine Explosion gegeben habe. Zu der genauen Zahl der Toten äußerte man sich dort aber nicht.

Zum Unfallzeitpunkt sollen sich mehr als 200 Bergleute in dem Schacht befunden haben. Die örtlichen Behörden teilten auf ihrer Webseite mit, der Unfall habe sich um 5.57 Uhr Ortszeit ereignet. Bis 9 Uhr seien 157 Kumpel aus der Mine gerettet worden, einige davon litten unter Verletzungen, darunter Verbrennungen.

Im Schacht Sasjadko kam es bereits im Jahr 2007 zu einem Unglück, bei dem Methangas austrat und explodierte. Mehr als hundert Menschen starben. Erst im Januar steckten nach einem Stromausfall knapp 500 Kumpel in der Mine fest.

ala/dpa/AFP



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