Dürre in Kalifornien Alles Grün macht der Farbkanister

Kalifornische Rasen sind derzeit braun - wegen der anhaltenden Dürre. Anwohner bringen nun wieder Farbe in den Garten.

AFP

Sacramento - Was nicht passt, wird passend gemacht. US-Bürger beweisen vor dem Hintergrund der andauernden Dürre in Kalifornien Erfinderreichtum. Weil in dem US-Bundesstaat eine andauernde Trockenheit herrscht, tünchen Gartenbesitzer den ausgedorrten braunen Rasen künstlich mit grüner Farbe.

In Kalifornien gibt es derzeit strikte Wasserreglementierungen. Grünflächen dürfen nur noch beschränkt bewässert und Bürgersteige und Einfahrten nicht mehr mithilfe von Gartenschläuchen gereinigt werden. Verstöße werden mit bis zu 500 Dollar Strafe geahndet.

Im ganzen Staat sind stattdessen "Lawn painters" (Rasen-Maler) zur Stelle, die in der Dürre ihre große Chance wittern. Der Anbieter Green Canary verlangt für die künstliche Begrünung durchschnittlich großer Gärten 175 Dollar (rund 130 Euro). Wie der amerikanische TV-Sender NBC berichtet, sind die Umsätze der Firma mit der Dürreperiode bedeutend gestiegen. Wer es gern billiger hätte, kann auch selbst zu den Farbkanistern greifen, die wie Dampfstrahler handzuhaben sind.

Von der grünen Farbe soll weder für Kinder noch Haustiere Gefahr ausgehen. Auch die Umwelt werde nicht geschädigt, versprechen die Rasen-Maler und sichern drei bis sechs Monate frisches Grün zu. Falls es doch regnet: Die Farbe wäscht sich nicht aus.

Nach Niederschlägen sieht es in Kalifornien allerdings derzeit nicht aus. Es ist das dritte Jahr ohne nennenswerte Regenfälle im Sunshine-State. Meteorologen sprechen von der schlimmsten Dürreperiode seit den Siebzigern. "Wir wissen nicht, wie lange die Trockenzeit dauern wird und bereiten uns auf das Schlimmste vor", zitiert das US-Nachrichtenportal National Journal die kalifornische Umweltschutzbehörde. In der Vergangenheit dauerten Dürre-Perioden bis zu sechs Jahre. Experten befürchten, es könnte dieses Mal noch länger dauern.

Nachhaltiger als die Rasen-Maler geht die Stadt Los Angeles mit dem Grünflächen-Problem um. 30 Dollar zahlt sie für jeden Quadratmeter Rasen, der durch Kies oder trockenunempfindliche Pflanzen ersetzt wird.

Rekord-Dürre im Südwesten

vez



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insgesamt 35 Beiträge
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spon_pix 07.08.2014
1. die spinnen ...
... die amis
Fusselkopf 07.08.2014
2. Uiuiui
Das ist natürlich sehr gut fürs Grundwasser...
Darknessfalls 07.08.2014
3. Perfekte Adaption
Ein weiteres Beispiel, wie der Mensch mit - mitunter menschengemachten - Problemen umgeht: Farbe drauf und gut ist. Und als angenehmer Nebeneffekt wird das Bruttoinlandsprodukt der USA dadurch auch noch gesteigert... Wir werden nicht untergehen, weil wir dumm sind - wir werden verschwinden, weil wir uns allesamt für überaus gerissen halten.
mod 07.08.2014
4. Sunshine State?
Das wäre dann wohl eher Florida. Kalifornien wird als "Golden State" bezeichent. Aber wenn die weiter ihren Rasen bunt anmalen, heißt er vielleicht bald "Painted State" oder so ähnlich.
artusdanielhoerfeld 07.08.2014
5. Crisis? What crisis?
Die Amis wieder! Ich mal´ mir die Welt, wie sie mir gefällt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Farbe gut für den Rasen ist. Warum also nicht gleich Kunstrasen, damit die lästigen Folgen der Dürre einen nicht mehr belästigen...
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