Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Hagel, Starkregen, Böen: Sturmfront zieht über Deutschland

Gesperrte Tunnel, verwaiste Klassenzimmer, kilometerlange Staus: Schwere Unwetter haben in Nord- und Süddeutschland für erhebliche Behinderungen gesorgt. Auch in den Niederlanden sorgte der Starkregen für Chaos auf den Straßen.

Frankfurt am Main - Mit heftigen Gewittern und Hagel im Südwesten und Nordwesten Deutschlands hat der Frühsommer am Dienstagmorgen ein jähes Ende gefunden. Der Deutsche Wetterdienst meldete Unwetter im Schwarzwald und an der Grenze zur Schweiz - örtlich fielen hier bis zu 30 Liter Regen auf einen Quadratmeter.

Im Landkreis Leer in Niedersachsen wurde der Verkehr durch umgestürzte Bäume und herabfallende Äste stark behindert. Mehrere Autos wurden beschädigt. Viele Straßen waren überschwemmt, die Feuerwehr musste vollgelaufene Keller auspumpen.

In Viernheim schlug ein Blitz in das Haus einer vierköpfigen Familie ein und setzte das Dachgebälk in Brand. Die Eltern und die 11 und 14 Jahre alten Kinder konnten sich unverletzt retten, teilte die Polizei in Darmstadt mit. Der Sachschaden wurde auf rund 20.000 Euro geschätzt.

Wegen der schweren Gewitter blieben die Schulen im Landkreis Leer am Dienstag geschlossen. Für Kinder, die dennoch in den Schulen eintrafen, wurde eine Notbetreuung eingerichtet. Unwetter wurden auch aus Bremen gemeldet.

Die Front zieht nun nach Osten ab, die Unwetterzentrale des Wetterdienstes Meteomedia sprach von einer "brisanten Situation".

Vermutlich in Folge eines Blitzschlages wurde der Emstunnel aus Sicherheitsgründen für eine Stunde gesperrt. Zwischen den Anschlussstellen Papenburg und Leer-West war die A31 wegen Überflutung einer Senke für mehr als eine Stunde nicht befahrbar.

Auch der Lohbergtunnel in Südhessen wurde nach einem Blitzeinschlag gesperrt. Alle technischen Anlagen seien ausgefallen, der Verkehr werde durch den Mühltaler Stadtteil Nieder-Ramstadt umgeleitet, teilte die Polizei in Darmstadt mit. Wann die Sperrung wieder aufgehoben werden könne, sei noch ungewiss. Bei dem Gewitter am frühen Dienstagmorgen waren auch die Schranken an einem Bahnübergang zwischen Darmstadt und Messel lahmgelegt worden.

Hamburg und Schleswig-Holstein kamen ohne größere Schäden davon. "Es regnete zwar, die Leute brauchten jedoch keine Hilfe", sagte ein Sprecher der Integrierten Regionalleitstelle Elmshorn im Kreis Pinneberg. Laut Meteomedia zog die Unwetterfront sehr schnell mit Geschwindigkeiten um die 60 Kilometer in der Stunde nach Nordosten ab.

In den Niederlanden verursachten schwere Gewitter mit Hagel, Sturm und starkem Regen in der Nacht zum Dienstag erhebliche Schäden. Auf den Autobahnen herrschte Chaos - etliche Staus wuchsen mit der Zeit auf rund 350 Kilometer Länge an. Züge hatten Verspätungen oder fielen ganz aus. Auf Straßen und Gleisen lagen Bäume und Äste. Die Autobahn A20 stand im Gebiet von Rotterdam unter Wasser und musste streckenweise gesperrt werden.

Rings um Amersfoort brach der Schienenverkehr völlig zusammen. Durch Blitzeinschläge wurde vielerorts die Stromversorgung unterbrochen.

ala/dpa/AP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Schweres Unwetter: Deutschland unter Wasser


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: