Rügen: Riesige Hagelkörner beschädigen Hunderte Autos

Tote Tiere, verschreckte Autofahrer, Dellen im Dach: An der Ostseeküste hat ein Hagelsturm schwere Sachschäden angerichtet. Auf der Insel Rügen wurden mehr als tausend Fahrzeuge zerbeult, Hunderte hatten kaputte Scheiben. Und es sind weitere Gewitter angekündigt.

Schaprode: Hagelschäden an der Frontscheibe eines geparkten AutosZur Großansicht
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Schaprode: Hagelschäden an der Frontscheibe eines geparkten Autos

Barth/Schaprode - Nach einem heftigen Unwetter mit teils hühnereigroßen Hagelkörnern zieht Mecklenburg-Vorpommern Bilanz. In Barth meldete die Polizei gleich zehn verbeulte Einsatzwagen. Innerhalb einer Viertelstunde war am Montagabend das Unwetter mit Sturmböen und Hagel über die Kleinstadt hinweggezogen.

"Unsere Straßen sehen aus, als hätte jemand die Bäume rasiert", sagte der Barther Bürgermeister Stefan Kerth am Dienstag. Die Mitarbeiter seien noch mit Aufräumen beschäftigt. Das Laub habe zeitweise die Gullys verstopft, so dass auch Keller vollliefen. "Zum Glück wurde niemand verletzt."

Eine böse Überraschung erwartete Urlauber, die am Montagabend von Schaprode auf die autofreie Nachbarinsel Hiddensee übergesetzt hatten. Das Gewitter mit Orkanböen und bis zu sieben Zentimeter großen Hagelkörnern zog gegen 17 Uhr durch den Ort und sorgte auf dem Großparkplatz an der Fähre für erhebliche Schäden: Allein auf einem Parkplatz hätten mehr als tausend Autos Beulen abbekommen, sagte der Hafenmeister von Schaprode, Detlef Gögge. Bei mindestens 350 Fahrzeugen seien auch Scheiben zerborsten und Spiegel demoliert.

Dächer und Fassaden von Häusern wurden beschädigt, Planen von Booten durchschlagen. Einige Enten und Hühner kamen laut Gögge im Hagelschauer um.

Zwar seien solche Gewitter im Sommer keine Seltenheit, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes in Potsdam. Am Montag sei aber die schwülwarme Gewitterluft mit einer Kaltfront zusammengestoßen, so dass sich ungewöhnlich große Hagelkörner bilden konnten. Für die kommenden Nächte kann keine Entwarnung gegeben werden: "Wir müssen mit weiteren Gewittern rechnen."

Landesweit knickten die Gewitter Bäume um, auch in Rostock und im benachbarten Bentwisch gab es Probleme mit vollgelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen. In Ueckermünde in Vorpommern und bei Walow (Mecklenburgische Seenplatte) wurden ebenfalls Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

ala/dpa/AFP

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  • Dienstag, 19.06.2012 – 18:28 Uhr
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