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Haiti: Cholera-Epidemie erreicht Hauptstadt Port-au-Prince

Die Cholera-Epidemie ist offenbar endgültig auf Haitis Hauptstadt Port-au-Prince übergesprungen. Erstmals wurden von Medizinern Fälle bestätigt, bei denen sich die Kranken innerhalb der Stadtgrenzen infiziert haben.

Haiti: Cholera in der Hauptstadt Fotos
DPA

Port-au-Prince - Die seit Mitte Oktober in Haiti grassierende Cholera-Epidemie hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Hauptstadt Port-au-Prince erreicht. Zwar werde der Tod von zwei Einwohnern der Hauptstadt derzeit noch untersucht, doch spreche vieles dafür, dass sie an Cholera gestorben seien, sagte Staatssekretär Ariel Henry am Dienstag. Noch handle es sich um "vereinzelte Fälle", doch schon jetzt stehe fest: "Sie kommt".

Die Leiterin eines medizinischen Untersuchungslabors teilte mit, dass sich ein drei Jahre alter Junge in der Hauptstadt angesteckt habe. Zwar hatte es zuvor schon Cholera-Fälle in Port-au-Prince gegeben, aber die Patienten hatten sich außerhalb infiziert. Derzeit werden Proben von mehr als hundert Patienten in der Stadt auf Cholera-Erreger untersucht.

Bislang sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 544 Haitianer an den Folgen der Krankheit gestorben, mehr als 8000 mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Quelle der Cholera ist offenbar der Fluss Arbonite, der Tausenden Menschen zum Waschen und Kochen dient. Im Arbonite-Tal werden die meisten Fälle registriert, doch herrscht seit Beginn der Epidemie die Angst, sie könnte in die Hauptstadt getragen werden, wo seit dem verheerenden Erdbeben vom Januar immer noch Hunderttausende in Zelten und Notunterkünften leben.

Die Überschwemmungen des Arbonite im Gefolge von Hurrikan "Tomas" haben die Lage noch verschärft.

Cholera ist hochansteckend. Sie verbreitet sich vor allem über Wasser und Nahrung, verursacht heftigen Durchfall und Erbrechen und kann innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

kng/AFP

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1. An alle denken
nastran 09.11.2010
Es ist schon bezeichnend, dass die Foren über Artikel des politischen Tagesgeschehens vor Banalitäten und Besserwisserei überschäumen, während hier keiner etwas zu sagen hat. Aber vielleicht ist das auch besser so. Die gelungene Fotostrecke lässt jedenfalls erahnen, was in diesem Land gerade Alltag –selbst nach den vielen Hilfslieferungen- bedeutet. Den Menschen ist die absolute Hoffnungslosigkeit jedenfalls deutlich ins Gesicht geschrieben. Ich für meinen Teil werde wohl dieses Jahr die Konsequenz ziehen, etwas weniger an Weihnachten zu verschenken und den Rest zu spenden. Vielleicht kommen ja auch noch andere zu diesem Schluss.
2. Spenden
neudeutsch 09.11.2010
Zitat von nastranEs ist schon bezeichnend, dass die Foren über Artikel des politischen Tagesgeschehens vor Banalitäten und Besserwisserei überschäumen, während hier keiner etwas zu sagen hat. Aber vielleicht ist das auch besser so. Die gelungene Fotostrecke lässt jedenfalls erahnen, was in diesem Land gerade Alltag –selbst nach den vielen Hilfslieferungen- bedeutet. Den Menschen ist die absolute Hoffnungslosigkeit jedenfalls deutlich ins Gesicht geschrieben. Ich für meinen Teil werde wohl dieses Jahr die Konsequenz ziehen, etwas weniger an Weihnachten zu verschenken und den Rest zu spenden. Vielleicht kommen ja auch noch andere zu diesem Schluss.
Ganz richtig nastran. In ca. 1 Woche ist Opferfest für die Moslems und damit ein Moment an die zu denken, die - obwohl nur noch selten in den Nachrichten - momentan sehr viel leiden müssen. Die Christen haben wie oben beschrieben im nächsten Monat Weihnachten, die Juden Anfang Dezember Chanukka-Fest - nicht religiös - trotzdem ein Moment an Haiti zu denken. Andere Glaubensrichtungen, Agnostiker und auch Atheisten sind genauso aufgerufen Hilfe zukommen zu lassen ... Es wäre gut, wenn alle die "gute Netzwerke" haben, die kommenden "Feiertage" der Religionen und natürlich darüber hinaus, dazu auffordern würden Spenden an die Bedürftigen in Haiti zu geben! Ich werde dies für mich viel lieber tun, als ein Opfertier schlachten zu lassen. Die Leute in Haiti brauchen die Spenden nötiger, bei den herrschenden Zuständen.
3. Spenden? O_o
Xnder 10.11.2010
Nun. Ich denke nicht dass wir dem Land Haiti helfen sollten. Aus mehreren gründen. Wir haben Haiti die letzten 30 Jahre mit unseren Steuergeldern unterstützt. Dadurch ist bei den Haitianern eine eindeutige Nehmer Mentalität gewachsen. Was ich durchaus nachvollziehen kann. Warum sollte ein Land sich Wirtschaftlich weiterentwickeln, seine Bevölkerung eigenständig versorgen können wenn die UNO und die WHO sich um die Probleme der Versorgung kümmern? Warum sollte ein Land und die Bevölkerung Energien in ein vernünftiges Gesundheitswesen stecken wenn die Ausländer sich um alles kümmern? Warum sollte ein Land und die Bevölkerung sich um den wiederaufbau der Häuser und Wirtschaft kümmern wenn sie doch weiter am Tropf der gebenden Welt hängen können? Warum? Weil es funktioniert. Es funktioniert weil es Menschen wie SIE gibt. Menschen die sich rechtschaffen und gut fühlen wollen indem sie ein paar € für arme „Menschen“ spenden die „weniger“ haben als sie selber. Diese „arme“ Menschen haben allerdings 5 Kinder + die dann auch mit ernährt werden müssen. Welche später dann auch wieder 5 Kinder + zeugen werde. Womit wir schon ca. zwei Generationen später ca. 25 Menschen mit versorgen müssen. (Durch unsere Steuergelder) Nur weil es ein paar Menschen gegeben hat, die sich vor 30 Jahren unbedingt rechtschaffen und gut fühlen mussten. Meiner Meinung nach sind die Menschen die sich unbedingt gut und rechtschaffen fühlen müssen Mörder. Warum? Weil nach der dritten, spätestens der vierten Generation nicht mehr genug gespendet werden kann, um die 125 bzw. 625 Menschen mit zu versorgen die nun am „leben“ sind. Diese Menschen werden nun aktiv hungerleiden und sterben. Und das nur weil vor mehreren Generationen einem Haitianer etwas zu essen gegeben wurde. Meiner Meinung nach lieber heute einen verhungern lassen, als 125 ein paar Generationen später.
4. ....
mm01 10.11.2010
Zitat von nastranEs ist schon bezeichnend, dass die Foren über Artikel des politischen Tagesgeschehens vor Banalitäten und Besserwisserei überschäumen, während hier keiner etwas zu sagen hat. Aber vielleicht ist das auch besser so. Die gelungene Fotostrecke lässt jedenfalls erahnen, was in diesem Land gerade Alltag –selbst nach den vielen Hilfslieferungen- bedeutet. Den Menschen ist die absolute Hoffnungslosigkeit jedenfalls deutlich ins Gesicht geschrieben. Ich für meinen Teil werde wohl dieses Jahr die Konsequenz ziehen, etwas weniger an Weihnachten zu verschenken und den Rest zu spenden. Vielleicht kommen ja auch noch andere zu diesem Schluss.
Vielleicht könnten Sie wirklich helfen und nach Haiiti fliegen, um die Opfer zu versorgen? Medikamente mitbringen, evtl. eine med.Ausbildung, Arbeitskraft, Mut und Durchsetzungsvermögen gegen Zoll-und sonstige korrupte Behörden? Anstatt "etwas weniger zu Weihnachten" zu verschenken?
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Fläche: 27.065 km²

Bevölkerung: 10,604 Mio.

Hauptstadt: Port-au-Prince

Staatsoberhaupt:
Jocelerme Privert (interimistische seit 14. Februar 2016)

Regierungschef: Enex Jean-Charles

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