Nach Stromausfall Betrieb auf Hamburger Flughafen beginnt schleppend

Zehntausende Reisende saßen in Hamburg fest, weil ein Stromausfall den Flughafen lahmgelegt hatte. Um 6.00 Uhr sollte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Aber es war erneut Geduld gefragt.

Reisende warten im Helmut-Schmidt-Airport
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Reisende warten im Helmut-Schmidt-Airport


Nach dem Stromausfall am Hamburger Flughafen hat der Betrieb nur schleppend wieder begonnen. Eine Sprecherin sagte, seit 6.00 Uhr gebe es wieder Starts und Landungen. Zehn Ankünfte und 23 Abflüge von insgesamt 214 An- und Abflügen seien aber noch gestrichen worden. Einige Flüge starten laut der Website des Hamburg Airports teils stark verspätet.

An den Check-in-Schaltern bildeten sich lange Schlangen. "Der Flugverkehr ist jetzt durcheinander", sagte die Sprecherin. "Und deshalb sind die Maschinen nicht hier, und können deshalb eben auch nicht starten." Ein Stromausfall hatte am Sonntag den Betrieb am Airport lahmgelegt.

In der Nacht hatte der Flughafen mitgeteilt, dass er um 6.00 Uhr seinen Betrieb wieder aufnehmen wolle. Um 5 Uhr wurden die Check-in-Schalter und die Kofferausgabe in den Terminals geöffnet. "Unsere Systeme werden derzeit hochgefahren. Bis dahin bitten wir Sie um Geduld", hatte der Airport kurz zuvor getwittert.

Bisher hat der Flughafen nur bekannt gegeben, dass ein Kurzschluss am Sonntag zu dem stundenlangen Stromausfall geführt hatte. Nähere Details wurden nicht bekannt gegeben. Mit Hochdruck hatten Fachleute daran gearbeitet, die Ursache für den Kurzschluss in der Hauptstromversorgung herauszufinden und zu beheben. Jetzt wolle man den Vorfall nachbereiten, hieß es vom Flughafen.

Der Flughafen hatte am Sonntag seinen Betrieb eingestellt. Tausende Passagiere warteten daraufhin teilweise vom Morgen bis zum Nachmittag vor dem Gebäude, in der Hoffnung doch noch ins Flugzeug steigen zu können.

Video: Hamburger Flughafen lahmgelegt

Ayla Mayer

Nach der Ankündigung, dass keine Flüge mehr starten würden, machten sich dann viele Reisende auf den Weg nach Hause oder ins Hotel. Der Flughafen und das Rote Kreuz stellten auch Feldbetten im sogenannten Terminal Tango auf, rund 90 Menschen verbrachten nach Angaben des Airports dort die Nacht.

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Hamburger Flughafen: Kein Strom, kein Flugbetrieb

Nach Angaben des Flughafens waren von dem lahmgelegten Betrieb mehr als 30.000 Passagiere betroffen. Der Hamburger Airport ist mit mehr als 17 Millionen Passagieren jährlich nach Angaben des Flughafenbetreibers der fünftgrößte in Deutschland. An normalen Tagen gebe es üblicherweise rund 200 Starts sowie 200 Landungen.

fok/dpa



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sikasuu 04.06.2018
1. Man kenne die Ursache. Über Details wurde nicht informiert.
Hoffen wir mal, dass sich dass im Laufe des Tages ändert! . Mit dem Lapidaren "War ein Kurzschluss" wird wohl nicht gehen. MMn. muss ein Betrieb, der > 12 Std lahm gelegen hat, der sicherheitskritisch ist, 30.000 Leute vergraulte, wohl auch nach außen etwas mehr sagen als "Strom war weg!" Die Informationspolitik von EDDH erinnert mich nicht an einen Airport. mehr an eine U-Bahn. Unterirdisch:-(
Amadablam 04.06.2018
2. Informationen, Informationen
Immer dieses Gejammer um Informationen. Man kann nur die Informationen erteilen die man hat. Unsere komplexe Welt läuft eben nicht immer reibungslos. Wer in Zukunft bestehen will, sollte mal etwas an seiner Resilienz arbeiten. Und am besten mit der Lektüre des Romans "Blackout" beginnen.
toll_er 04.06.2018
3. Unverständnis
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Flughafen wegen Stromausfalls ins Chaos fällt. Die Systeme scheinen mit der heißen Nadel gestrickt zu sein. Anscheinend sind die Notsysteme nicht vorhanden oder ungeeignet. Wahrscheinlich wird der BER jetzt auch erst 2025 eröffnet, weil man Bald feststellen wird, dass da Notstromsystem eben für Notfälle nicht ausgelegt ist... Die Anfälligkeit von Flughäfen kann einen nur erschrecken...
kenterziege 04.06.2018
4. HH - Fuhlsbüttel.....
Das ganze Ereignis zeigt ein Fünffaches : 1. Wir sind extrem abhängig von einer sicheren Stromversorgung. 2. Wir haben uns Systeme gebaut, die wir selbst nur noch schwer beherrschen. 3. Das "billig, billig, billig" führt zu ständigen Überbelastungen der Flughäfen 4. Cyber-Terroristen wissen nun, wo sie angreifen können. 5. Eltern sollten sich ernsthaft überlegen, ob sie Kleinkindern Flugreisen zumuten wollen.
Überfünfzig, 04.06.2018
5. Nähere Angaben.....
...zum Stromausfall gab es nicht! Wird man auch nicht bekommen, da dieses Liebkingsprojekt der Deutschen und ihrer Kanzlerin, nebst Medien jetzt seine volle Wucht zu entfallten beginnt. Je mehr Grundlastkraftwerke vom Netz gehen oder in Revision sind, desto häufiger werden solche Ausfälle uns heimsuchen. Letzte Woche Lübeck, gestern der Flughafen. Ich gehe jetzt mal Aktien einer Notstromdieselfirma kaufen, denn viele wichtige Einrichtungen für die öffentliche Versorgung sollten sich so langsam Sorgen machen. Denn den EEG hält weder Ochs noch Esel auf und Deutschland ist glücklich dabei!
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