Feuer in Mehrfamilienhaus Mutter und zwei Kinder sterben bei Brand in Hamburg

Sie versuchten, durch das verrauchte Treppenhaus zu fliehen - vergeblich. Bei einem Wohnhausbrand in Hamburg sind eine Mutter und ihre zwei Jungen ums Leben gekommen. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt, die Feuerwehr spricht von einem der schlimmsten Brände seit Jahren.

DPA

Hamburg - Bei einem Brand in einem mehrstöckigen Wohnhaus im Hamburger Bezirk Altona sind eine junge Mutter und ihre zwei Kinder ums Leben gekommen. Laut Polizei wurden 27 Menschen verletzt, 15 mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach von einem der schlimmsten Brände seit Jahren.

Die meisten Bewohner konnten schnell gerettet werden, aber als sich die Feuerwehrleute bis zum Dachgeschoss vorgekämpft hatten, fanden sie die leblosen Körper der drei vor, wie ein Sprecher sagte. Die Mutter und ihre beiden Jungen hatten den Angaben zufolge offenbar versucht, durch das verrauchte Treppenhaus zu entkommen.

Ersten Erkenntnissen zufolge könnte ein technischer Defekt in einem Stromkasten im Erdgeschoss den Brand ausgelöst haben. Das Feuer selbst war offenbar nicht so groß, schlimmer war die starke Rauchentwicklung, unter anderem durch verschmorte Kabel.

Das Feuer habe enorm viel Rauch produziert, sagte der Feuerwehrsprecher. "Der heiße Rauch ist nach oben gestiegen wie in einem Kamin, und oben hat sich die Hitze gestaut." Es gebe in den oberen Stockwerken massive Brandfolgen, obwohl dort gar kein Feuer gewesen sei. Der Rauch habe letztlich zum Tode der Frau und der Kinder geführt, sagte der Sprecher.

Die Mutter war den Angaben zufolge etwa 30 Jahre alt, ihre beiden Jungen zwischen sieben und acht Jahren. Zunächst war das Alter des einen Jungen mit fünf Jahren angegeben worden.

Nach Angaben der Feuerwehr begann der Einsatz kurz nach 20 Uhr. Als die ersten Einsatzkräfte in die Straße einbogen, hörten sie etwa 20 Bewohner an den Fenstern in allen Geschossen schreien. Die Einsatzkräfte hätten sofort Verstärkung angefordert und mit der Rettung begonnen, sagte der Feuerwehrsprecher. Etwa zwölf bis 15 Bewohner seien über Drehleitern gerettet worden, andere über tragbare Leitern und weitere mit Schutzhauben über das Treppenhaus. "Wir haben uns hier von Geschoss zu Geschoss durchgekämpft", sagte der Sprecher.

Korrektur: In einer ursprünglichen Version dieses Artikels hieß es, das Feuer habe sich im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel ereignet. Tatsächlich brannte es in Altona-Nord. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.

cai/wal/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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alexanderschulze 06.02.2014
1. Rauchmelder?
Waren da welche installiert? Als wir neu eingezogen sind, wurden die ungefragt in jedem Raum installiert, fand ich gut.
i.v. 06.02.2014
2. hmm
wenn man, in diesem Fall Feuerwehr, doch weiß, dass Rauch nach oben steigt, obwohl das Feuer unten ist, hat man dann auch oben angefangen zu retten? Oder sind die die am lautesten schreien zuerst gerettet worden? Zumindest ging es denen noch so gut, dass sie schreien konnten... Ich bin kein Feuerwehrexperte, aber sucht man nicht erst nach Verletzen und schaut nach, ob jemand im Treppenhaus ist? Bitte meine Kritik nicht falsch verstenn. Lass mich gerne eines besseren belehren...
Korrektiv 06.02.2014
3. Rauchmelderpflicht
Zitat von sysopDPASie versuchten, durch das verrauchte Treppenhaus zu fliehen - vergeblich. Bei einem Wohnhausbrand in Hamburg sind eine Mutter und ihre zwei Jungen ums Leben gekommen. 15 Personen wurden zum Teil schwer verletzt, die Feuerwehr spricht von einem der schlimmsten Brände seit Jahren. http://www.spiegel.de/panorama/hamburg-mutter-und-zwei-kinder-sterben-bei-brand-a-951774.html
[QUOTE=sysop;14828819]Sie versuchten, durch das verrauchte Treppenhaus zu fliehen - vergeblich. Seit 2005 sind Rauchmelder in Hamburg für Neubauten Pflicht. Seit 2011 für alle Alt- und Neubauten. Verantwortlich sind die Vermieter und Eigentümer. Ich vermute mal, es gab keine Rauchmelder. Ich verstehe immer nicht, warum die 200-300 € für Rauchmelder bei x Menschenleben eingespart werden? Hier sollten die Vermieter bzw. Eigentümer in die Haftung genommen werden.
nada14 06.02.2014
4. In Hamburg sind nachts dieWohnstraßen zugeparkt
In meinem Stadtteil im Süden Hamburgs werden nachts die Wohnstraßen dermaßen von Falschparkern zugeparkt, dass die Feuerwehr wohl nicht mehr durchkommen würde. Ich hoffe das war hier nicht der Fall.
Stabilos 06.02.2014
5. Straße war nicht zugeparkt
Die Nachbarn haben sogar die Autos, die vor dem Haus standen (auf legalen Parkplätzen) weggefahren. Schrecklich sowas vor der eigenen Haustür miterleben zu müssen. Mein Beileid den Angehörigen.
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