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07. Juni 2016, 21:41 Uhr

Unwetter mit Windhose

Hamburger Feuerwehr ruft Ausnahmezustand aus

Über dem Osten Hamburgs bildete sich eine Windhose, Dachziegel flogen durch die Luft, Keller laufen voll: Die Hamburger Feuerwehr hat wegen eines schweren Unwetters den Ausnahmezustand erklärt.

Die Hamburger Feuerwehr ist nach einem schweren Unwetter über der Hansestadt zu Dutzenden Einsätzen ausgerückt. "Es gibt unzählige abgedeckte Dächer und vollgelaufene Keller, mehr als 1000 Feuerwehrleute und das Technische Hilfswerk sind im Einsatz", sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstagabend. "Auf Hunderten Metern Länge gibt es massive Schäden."

Angaben zu möglichen Verletzten gab es zunächst nicht. Über den Stadtteilen Bramfeld und Wandsbek wurde eine Windhose gesichtet, Bilder davon verbreiteten sich rasch in den sozialen Netzwerken.

Bei der gesichteten Trichterwolke handelte es sich laut einer Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" um einen Tornado. Angesichts der Bilder und Berichte über entwurzelte Bäume, Hagel mit mehr als drei Zentimetern Größe und Starkregen, könne dies angenommen werden. Von einem Tornado wird laut DWD nur gesprochen werden, wenn die Trichterwolke auch den Boden erreicht.

Im Stadtteil Rahlstedt fing ein Dachstuhl nach einem Blitzeinschlag Feuer, in Sasel wurde eine Straße überschwemmt. In Farmsen stürzte ein Baum auf ein Auto. Auch der Stadtteil Bramfeld war nach Angaben eines Polizeisprechers stark betroffen, zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, mehrere Bäume entwurzelt.

Der DWD gab eine Unwetterwarnung vor extrem starken Gewittern, Starkregen und Hagel heraus. Satellitenbildern zufolge seien örtlich teils mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen, sagte der Sprecher.

Unwetter in Niedersachsen, Baden-Württemberg und im Saarland

Auch in anderen Teilen Deutschlands wüteten Unwetter. In der niedersächsischen Kleinstadt Damme bei Vechta kam es zu Überschwemmungen. Drei Viertel des Stadtgebietes standen nach Auskunft der Freiwilligen Feuerwehr am Abend unter Wasser. Das Unwetter habe gegen 17.15 Uhr begonnen. Innerhalb von 20 Minuten seien 70 Liter pro Quadratmeter gefallen. Ein Polizeisprecher in Damme sagte am Abend, der Regen habe inzwischen aufgehört. "Wir hatten hier schon mal Wasser auf den Straßen stehen, aber so etwas wie heute hatten wir noch nicht."

Zu überfluteten Straßen und Blitzeinschlägen kam es in Baden-Württemberg. Besonders betroffen war nach Auskunft des DWD die Region um den Schwarzwald, vor allem der Ortenaukreis und der Kreis Calw. In Unterharmersbach schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein und verursachte mehrere tausend Euro Schaden. Verletzte gab es zunächst nicht. In Heidelberg wurde bei Unwettern außerdem ein Baum entwurzelt, mehrere Straßen waren überflutet.

Im saarländischen Eppelborn mussten nach einem schweren Unwetter mit Starkregen mehrere Menschen aus Fahrzeugen gerettet werden. Sie seien zuvor vom Wasser eingeschlossen worden, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Saarbrücken. Verletzt worden sei niemand.

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asa/dpa

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