Hameln - Ein Rentner hat den Hamelner Landrat Rüdiger Butte erschossen. Der Mann war wegen Waffenbesitzes vorbestraft. Dies teilte die Polizei bei einer Pressekonferenz mit. Demnach war der Bluttat ein jahrelanger Streit um Waffen zwischen dem Täter und der Kreisverwaltung Hameln-Pyrmont vorausgegangen.
Es habe "verwaltungsrechtliche Auseinandersetzungen" gegeben, sagte Göttingens Polizeipräsident Robert Kruse. Bereits 1988 sei dem 74-Jährigen sein Waffenschein abgenommen worden. 2009 wurde er demnach wegen Waffenbesitzes verurteilt. Er war auch wegen anderer Delikte aufgefallen, unter anderem wegen Körperverletzung.
Der Rentner hatte den Landrat in dessen Büro im Kreishaus erschossen und sich dann selbst getötet. Laut Polizei benutzte er einen großkalibrigen Revolver.
Seine Tat hatte der Mann wohl schon länger geplant. Nach Angaben der Polizei hatte der 74-Jährige tagelang versucht, einen Termin beim Landrat zu erhalten. Am Freitag sei es schließlich zu einem Treffen gekommen. Offenbar kam der Schütze problemlos zu Buttes Büro durch, im Verwaltungsgebäude gibt es laut Polizei keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen.
Der Mann habe dann in Buttes Dienstzimmer mehrere Schüsse abgefeuert. Der 63-Jährige hatte der Polizei zufolge keine Chance und starb sofort. Laut den Ermittlern gibt es keine Augenzeugen für das Verbrechen. Die Sprecherin des Landkreises Hameln-Pyrmont, Sandra Lummitsch, hörte die Schüsse in einem benachbarten Büro. Lummitsch sagte, anschließend sei die Vorzimmerdame des Landrats in ihr Büro gelaufen und habe gerufen: "Etwas Schreckliches ist passiert." Ob sich der Landrat und der 74-Jährige persönlich kannten, ist laut Polizei unklar.
"Ganz Hameln steht unter Schock"
Die Stadt reagierte entsetzt. "Ganz Hameln steht unter Schock", sagte Stadtsprecher Thomas Wahmes. Die Nachricht vom gewaltsamen Tod des langjährigen Landrats habe sich sehr schnell verbreitet.
"Ich bin tief betroffen", sagte auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Butte sei ein "wunderbarer Mensch" gewesen, "immer freundlich, zugewandt und motivierend". Weil erklärte, er werde Butte "immer dankbar sein" für dessen Einsatz als Chef des niedersächsischen Landeskriminalamtes und als Landrat. Das Mitgefühl der Landesregierung sei bei Buttes Frau und dessen Familie.
"Mir fehlen die Worte nach solch einer grausamen Tat", teilte Innenminister Boris Pistorius (SPD) in einem Statement mit. Butte sei ein gradliniger, kompetenter und erfahrener Kommunalpolitiker sowie ein ausgewiesener Kriminalist und allseits geschätzter Kollege in der Polizei gewesen.
Rüdiger Butte war seit 1986 Mitglied der SPD und seit August 2005 Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont. Zuvor war der 63-Jährige von 2001 an Direktor des Landeskriminalamts Niedersachsen gewesen. Der verheiratete Politiker hinterlässt zwei Kinder und fünf Enkelkinder.
gam/dpa/AFP
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