Hammer-Mord Satanisten-Paar auf der Flucht

Mit 66 Messerstichen und Hammerschlägen soll ein Ehepaar einen Mann im Rahmen einer satanistischen Handlung getötet haben. Das Paar wurde nun in Niedersachsen und Thüringen gesehen.


Fahndungsfoto der Polizei
DPA

Fahndungsfoto der Polizei

Witten - Die Polizei vermutet, dass sich die beiden mutmaßlichen satanistischen Mörder aus Witten, 22 und 25 Jahre alt, noch in Deutschland aufhalten, berichtete ein Sprecher am Mittwoch. Die Staatsanwaltschaft setzte eine Belohnung von 3000 Mark aus.

In Hannover suchte das seit Freitag flüchtige Paar am Samstag eine Autowerkstatt auf und kaufte neue Reifen. Am Montag tankten die beiden ihr Auto im thüringischen Sondershausen auf. Das Ehepaar ist nach Polizeiangaben mit einem beigefarbenen Opel Vectra mit Recklinghäuser Kennzeichen unterwegs.

Nach Zeugenaussagen ist der Wagen reich mit okkulten Ornamenten und Schriftzügen dekoriert. Ein rotes Pentagramm (fünfeckiger Stern) schmücke die Heckscheibe ebenso wie die Schrift "Soko-Friedhof". An den Türen stehen die Worte "Kadaververwertungsanstalt - Bunkertor 7". Der vermeintliche Adresshinweis ist der Titel eines Liedes einer Gothic-Band, die für blutrünstige Texte bekannt ist. Derzeit werde bundesweit, aber noch nicht international nach den Verdächtigen gesucht, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Ein DNS-Test soll die Identität des Opfers abschließend klären. Möglicherweise handelt es sich um einen 33-jährigen Bekannten des Paares, der als vermisst gemeldet wurde.

Bislang gehen die Ermittler von "Mordlust" vor okkultem Hintergrund aus. Die These, dass Satanisten glauben, durch jeden Mord dem Teufel näher zu kommen, sei den Beamten bekannt.

Die Leiterin der Wittener Sektenberatungsstelle Silvia Eilhardt äußerte am Mittwoch in einem dpa-Gespräch die Vermutung, dass der Mord in einer "Grauzone" zwischen Rechtsextremismus und Satanismus angesiedelt sein könnte. Im Gegensatz zur provokant gekleideten Grufti-Szene seien die organisierten Satanisten äußerlich meist unauffällig.

Die Leiche war am Montag in der Wohnung des Paares neben einem Eichensarg, Totenschädelattrappen, umgedrehten Kreuzen und SS-Runen gefunden worden. Auf das Fenster war der Schriftzug "When Satan lives" (Wenn Satan lebt) geschmiert worden. Zu schaffen macht der Mordkommission immer noch die Tatsache, dass sich das Opfer anscheinend nicht gewehrt hat.



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