Massen-Evakuierung in Hannover: Fliegerbombe muss gesprengt werden

Rund 25.000 Menschen mussten in Hannover ihre Wohnungen verlassen - weil zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurden. Bei einer Fliegerbombe gibt es Entwarnung, von der anderen geht weiter Gefahr aus.

Evakuierungsaktion in Hannover: 25.000 Menschen in Sicherheit gebracht Zur Großansicht
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Evakuierungsaktion in Hannover: 25.000 Menschen in Sicherheit gebracht

Hannover - Hannover bereitet sich auf einen lauten Knall vor: Einer der beiden verdächtigen Funde im Stadtgebiet hat sich als noch funktionsfähiger Blindgänger entpuppt und muss vor Ort gesprengt werden. "Von der Bombe geht nicht mehr die volle Detonationskraft aus, Teile sind bereits verrottet", sagte ein Feuerwehrsprecher. Die britische Zehn-Zentner-Bombe habe ursprünglich zwei Säurezünder gehabt, von denen einer noch intakt sei.

Der Blindgänger liegt den Angaben zufolge unweit eines viergeschossigen Mehrfamilienhauses. Daher müssten zunächst weitere Vorkehrungen getroffen werden, um größere Schäden zu vermeiden. Unter anderem sollten Sandsäcke aufgeschichtet werden. Die Arbeiten verzögerten sich, weil sich einzelne Bewohner dem Sprecher zufolge trotz der Räumung weiterhin in dem Gebiet aufhielten. Die Polizei setzte einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera ein.

Bei dem zweiten Fund haben die Experten Entwarnung gegeben. Der Blindgänger sei bereits verrottet - es seien nur noch Metallreste im Boden übrig - und daher ungefährlich, so der Feuerwehrsprecher. Wegen der Bombenfunde mussten rund 25.000 Menschen im Norden der niedersächsischen Hauptstadt ihre Wohnungen verlassen.

Für die Anwohner wurde eine Sammelstelle in einer Schule eingerichtet. Betroffen von der Evakuierung waren auch zwei Alten- und Pflegeheime. Rund 170 Heimbewohner wurden mit Krankenwagen in Sicherheit gebracht. Insgesamt waren rund 1200 Einheiten von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten im Einsatz.

Auch mehr als 67 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Deutschland nach wie vor regelmäßig Blindgänger gefunden. Häufig können sie vom Kampfmittelräumdienst entschärft werden. Immer wieder müssen sie aber auch gesprengt werden, da eine Entschärfung zu gefährlich wäre. In München führte im August vergangenen Jahres solch eine Sprengung einer Fliegerbombe zu erheblichen Schäden im Stadtteil Schwabing. Zuletzt hatte im September die gezielte Sprengung eines Blindgängers in Viersen am Niederrhein Schäden verursacht.

wit/AFP/dapd/dpa

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