Länderspielabsage in Hannover Polizei findet verdächtiges Video von 19-jährigem Schüler

Ermittler sind nach dem abgesagten Fußball-Länderspiel in Hannover auf ein verdächtiges Video gestoßen. Nach SPIEGEL-Informationen wurde es von einem Schüler aufgenommen, der an dem Abend als Ordner im Stadion arbeitete.

Evakuierung des Stadions in Hannover: Wegen einer Terrorwarnung war die Partie Deutschland-Niederlande abgesagt worden
REUTERS

Evakuierung des Stadions in Hannover: Wegen einer Terrorwarnung war die Partie Deutschland-Niederlande abgesagt worden


Nach dem wegen einer Terrorwarnung abgesagten Fußball-Länderspiel in Hannover haben die Ermittler ein verdächtiges Video entdeckt, das am Abend des 17. November im Stadion aufgenommen wurde. Nach SPIEGEL-Informationen zeigt der etwa zehn Sekunden lange Clip einen jungen Mann in der Ordnerweste des Deutschen Fußballbundes, der im bereits geräumten Stadion mehrere Sätze spricht. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Unter anderem sind Wortfetzen wie "pray for Rakka" (Bete für Rakka) und "al-Daula al-Islamija" zu verstehen. Bei Letzterem handelt es sich um die arabische Selbstbezeichnung des "Islamischen Staates", Rakka ist dessen Hochburg in Syrien.

Das Video wurde zwei Tage nach der Spielabsage auf Instagram veröffentlicht – neben einem weiteren elfsekündigen Clip, der vor dem Stadion gefilmt wurde. Urheber soll ein 19-jähriger Schüler aus Hannover sein, der für das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden von einem Vertragspartner des DFB als Ordner eingeteilt war.

Auf seine Spur brachte die Ermittler eine Lehrerin des Jungen. Sie gab an, der 19-Jährige habe sich zuletzt erkennbar radikalisiert und den Wunsch geäußert, nach Syrien zu reisen. Den Sicherheitsbehörden war er bislang nicht bekannt.

Am vergangenen Donnerstag ließ die Bundesanwaltschaft die Wohnung des Schülers, der noch bei seiner Mutter lebt, durchsuchen. Er blieb aber auf freiem Fuß. Auf Anfrage teilte die Karlsruher Behörde mit, der Verdacht, der Junge sei an Planungen für einen Terroranschlag beteiligt gewesen, habe sich bislang "nicht erhärten lassen". Die Beweismittel würden noch ausgewertet.

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