Chinesischer Straßenbau Aus für das Haus in der Mitte

Die angebotene Entschädigung war ihnen zu gering, also blieben Luo Baogen und seine Frau in ihrem Haus wohnen - und die chinesische Provinzregierung baute die Ausfallstraße zum Bahnhof einfach drum herum. Nun ließ sich das Ehepaar offenbar doch umstimmen.


Peking - Das Foto ging um die Welt und wurde zum Symbol für den Widerstand chinesischer Hausbesitzer gegen die Behörden: Mitten auf einer breiten Straße stand umgeben von frischem Asphalt ein fünfstöckiges Haus. Der Landwirt Luo Baogen und seine Frau weigerten sich auszuziehen, weil ihnen die angebotene Entschädigung als zu niedrig erschien. Also war die Ausfallstraße zum neuen Bahnhof der Stadt Wengling einfach um das Haus herumgebaut worden.

Nun hat sich das Ehepaar Luo offenbar doch umstimmen lassen. Das Haus sei abgerissen worden, sagte Ortsvorsteher Chen Xuecai. Die Eigentümer hätten eine Summe von 260.000 Yuan (32.000 Euro) akzeptiert.

Chen zufolge nahm Luo Baogen das Angebot freiwillig an. Er sei die große Aufmerksamkeit der Medien leid gewesen. "Er hat jeden Tag Dutzende Medienvertreter empfangen", sagte Chen. "Und sein Haus stand mitten auf einer Straße. Also hat er sich entschieden, es abreißen zu lassen."

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China: Aus für das Haus im Kreisel

Laut der Nachrichtenagentur AP lag das erhöhte Angebot der Behörden schon seit einer Woche vor. Es sei nicht ganz klar, warum Luo Baogen am Freitag nun doch zugestimmt habe. Der Betroffene sei für eine Stellungnahme am Samstag nicht zu erreichen gewesen.

hut/AP

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