Havarie in der Antarktis Kreuzfahrtschiff rammt Eisberg - Leck im Rumpf

Drama im Eis: Ein Kreuzfahrtschiff ist in der Antarktis auf einen Eisberg gefahren und leckgeschlagen. An Bord der "MV Explorer" befanden sich 154 Menschen. Jetzt droht das Schiff zu sinken.


London – Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden bereits evakuiert, auf dem leckgeschlagenen Schiff harren zur Stunde noch der Kapitän und der Erste Offizier aus.

Leckgeschlagen in der Antarktis: Die "MV Explorer"
CORBIS

Leckgeschlagen in der Antarktis: Die "MV Explorer"

"Es wird damit gerechnet, dass die 'MV Explorer' in Kürze sinkt", sagte ein Sprecher der britischen Küstenwache in Falmouth. 100 Passagiere und 52 Mitglieder der Besatzung seien inzwischen vor der Küste Argentiniens in Rettungsboote umgestiegen. Die Herkunft der Passagiere war zunächst unbekannt.

Eine Sprecherin des kanadischen Veranstalters "Gap Adventures", der Reisen auf der "MV Explorer" anbietet, sagte der BBC: "Die 'MV Explorer' hat heute Morgen vor der King-George-Insel einen kleinen Eisberg gerammt und einen faustbreiten Riss im Rumpf davongetragen", sagte Marketing-Chefin Susan Hayes. Sämtliche Passagiere und Crew-Mitglieder seien evakuiert worden. Sie seien in Sicherheit und es gehe ihnen gut.

Die britische Küstenwache koordiniert BBC zufolge zusammen mit der US-Küstenwache und den argentinischen Behörden die Rettungsarbeiten. Andy Cattrell von der Küstenwache Falmouth erklärte, die Wetterbedingungen seien für diese Zeit des Jahres "recht gut", aber es wäre sehr kalt.

Die Küstenwache wurde eigenen Angaben zufolge um 5.24 Uhr britischer Zeit über den Vorfall mit dem 2400-Tonnen-Schiff informiert. Das 1969 gebaute Schiff soll auf einen Gegenstand aufgelaufen sein. Ein weiteres Schiff, die "Antarctic Dream", sei bereits zur Unglücksstelle unterwegs, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen, hieß es.

Die "MV Explorer" fährt unter liberianischer Flagge und gilt als mittelgroßes Kreuzfahrtschiff, das maximal 100 Passagiere aufnehmen kann. Die Offiziere an Bord kämen überwiegend aus Skandinavien, die Crew aus den Philippinen, heißt es auf der Website des Veranstalters "Noble Caledonia", der Reisen auf der "MV Explorer" anbietet.

Die Südlichen Shetland-Inseln befinden sich rund 120 Kilometer nördlich der antarktischen Halbinsel. Sie sind seit 1962 Teil des Britischen Antarktis-Territoriums, obwohl auch Chile und Argentinien Anspruch auf das Gebiet erheben.

ala/dpa/AP/Reuters



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